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Irrthümern nur dadurch, dass wir uns nicht durch etlicheBeobachtungen oder Versuche hinlänglich belehrt glauben, son-dern viele Falle mit einander vergleichen; denn nur durchdie Vergleichung vieler Beobachtungen können wir zu derwahren praktischen Ueberzeugung von der Heilwirkung derOrgamniltel gelangen.
Aus dem Gesagten folgt, dass der, welcher in diesemPunkte fest stellen will, nicht bloss vielen Fleiss anwenden,sondern auch grosse Geduld haben muss; denn er muss jawarten, bis die Krankheitsfälle sich ereignen, die ihn belehrenkönnen. Bekanntlich erkranken einige Organe häufiger, andereseltener; den wahren Gehrauch eines Mittels auf ein solchesOrgan, welches häufig erkrankt, kann ein beschäftigter Arztnicht vor vier Jahren gründlich kennen lernen; Mittel aufOrgane, welche seltener erkranken, erfordern zu ihrer gründ-lichen Erforschung weit längere Zeit.
In der folgenden Untersuchung habe ich nur solche Or-gamniltel aufgeführt, welche ich durch eigenen Gebrauch ken-nen gelernt. Wo ich von einem Mittel nicht ausdrücklich sage,dass ich es nur kurze Zeit erprobt, können meine Leser dar-auf bauen, dass ich es durch den Gebrauch hinlänglich kenne.Ilaben sie die vorigen zwei Kapitel mit Aufmerksamkeit gele-sen, so wird es ihnen deutlich geworden sein, dass die reineErfahrungslehre dem Forschungsgeistc des Arztes alle Frei-heit lässl; es wird sie also auch nicht befremden, in demFolgenden auf solche Mittel zu stossen, welche erst nach demlöten Jahrhundert, ja auf solche, welche erst zu unserer Zeitin den Arzencischatz gekommen. Man muss das Gute suchenwo es zu finden ist; es findet sich aber eben sowol in unse-rer Zeit, als in der früheren, ja selbst unter solchen Mittelnwelche man heut zu Tage veraltete nennt.