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Zufalle zuzuschreiben, wäre UnWeisheit; denn welchen Begriffwollten wir mit dem Ausdrucke Zufall verbinden? Wir könn-ten nur den, eines Geschehens ausserhalb der Sphäre der Natur-gesetze damit verbinden. Von dem, was ausserhalb der Sphäreder Naturgesetze geschehen könnte, vermag .aber der Mensch,der selbst Thcil der Natur und dessen Denkvermögen inner-halb der Sphäre der Natur beschränkt ist, unmöglich einenwirklichen Begriff zu haben, er könnte höchstens einen un-eigenllichen, einen verneinenden sich anmassen; ich sage an-massen, denn um zu einem solchen negativen Begriff zu ge-langen, würde nichts Geringeres erfodert, als die ganze Naturund alle ihre Gesetze zu kennen. Wir können also mit demAusdrucke Zufall nur den Begriff eines solchen Geschehenenverbinden, von dem wir in unserer irdischen Beschränktheitnicht nachzuweisen vermögen, wie und warum es geschehen;das Wort ist mithin nur ein Mahlzeichen unserer grossen Un-wissenheit in den natürlichen Dingen und überhaupt unserermenschlichen Beschränktheit.
Wenn wir also zugeben, dass die Heilwirkung der Mittelnach bestimmten Naturgesetzen geschiehet, so werden wir der-selben auch Unwandelbarkeil zugestehen müssen, in sofern wirnämlich der Natur und ihren Gesetzen Unwandelbarkeit zu-gestehen. Die Heilwirkung der Mittel muss eben so sichersein als die Wahlverwandtschaft der Körper, eben so sicherals der Lauf der Gestirne. Die Behauptung, ein Arzneimittelhabe im vorigen Jahre eine Krankheit geheilt, und versage indiesem Jahre bei der nämlichen Krankheit seine Dienste, isteben so thöricht, als es die Behauptung sein würde, das lau-fende Jahr könne wol einmahl zur Abwechselung vier oderfünfhundert Tage haben. Diese Hede kann nur dem anslössigsein, der die Begriffe von Krankheit und von nosologischerForm mit einander vermischt. Nosologische Formen kümmernuns aber hier nicht; wir müssen diese Kinderklapper aus derWiege unserer Kunst ganz vergessen, wenn wir die Grund-feste der reinen Erfahrungsheillehre richtig fassen wollen.
Da wir nun der Heilwirkung der Arzeneien, wollen wirnicht in Widersprüche fallen, Unwandelbarkeit zugestehen müs-sen, so wird jetzt nölhig sein, zu untersuchen, ob man ihr