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eine Lehre darauf zu gründen, genöthigt sein, die Lücken, dasUnerkennbare, mit Gedankenbildern auszufüllen, und die dar-auf gebaute Lehre müsste eine mehr oder minder gedanken-bildliche sein. Wie nun eine mehr oder minder gedanken-bildliche Lehre uns bei dem ernsten Geschäfte mit der unwan-delbaren Natur leiten könne, das möchte der gesunde Verstandwol schwer begreifen.
Nachdem wir nun Unwandelbarkeit und Erkennbarkeit alsdie nolhwendigen Erfordernisse einer guten Basis der Heillehrcbestimmt, so wollen wir die drei geschichtlichen an diesenMassstab halten. Zuerst also von der Basis der rohen Er-fahrungsheillehre, von den Krankheitszufällen.
Dass diese auf unwandelbare Naturgesetze sich gründen,ihnen also als Grundfeste einer Heillehre Unwandelbarkeit zu-gestanden werden müsse, ist nicht zu läugnen. Sie sind un-streitig an und in dem Körper das einzige sinnlich Erkenn-bare, was uns das innere Unsichtige, die Krankheit, offenbarenkann. Ob man diesem möglich Erkennbaren aber eine un-bedingte Erkennbarkeil zuschreiben dürfe, durch welche essich zu einer guten Basis der Heillehre eigene, das ist eineFrage, welche wir jetzt erörtern müssen.
Im Allgemeinen kann man als wahr annehmen, dass dieMöglichkeit^ sich ein vollständiges Bild aller Krankheitszufällezu verschaffen, in jedem einzelnen Falle durch den Zustanddes Geistes desjenigen, von dem wir die Zufälle erforschenwollen, bedingt wird. So können wir z. B. bei einem Wahn-sinnigen wol erkennen, dass sein geistiges Vermögen in Irrunggerathen sei, wir können seinen Puls, seine Zunge, seine Haut,seine Gesichtszüge untersuchen; aber alle abnorme Gefühle,die er in seinem Inneren haben mag, kann er nicht äussern,und was er uns sagt, ist nutzlos für die Erkenntniss, weil wirnicht wissen können, ob es wahr oder unwahr sei. Es istalso bei solchen Kranken bar unmöglich, ein treues, vollstän-diges Bild der Gesammtheit aller Krankheilszufälle aufzufassen.Bei Kindern können wir auch nur das Sicht- und Fühlbareder Krankheitszufälle erkennen; alle krankhafte Gefühle, dieuns bloss die Aussage offenbaren könnte, bleiben uns verbor-gen, weil ganz kleine Kinder nicht sprechen können, und