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woran er ist, und dass er demüthig mit unserm Claudius sa-gen muss:
Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luflgesplnnste
Und snchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.
Das Uebelste in diesem Wirrsal war und ist noch, dassdie sclmlrechtcn Aerzte, besonders die gelehrten, so ganz vonder vermeintlichen Wahrheit, eine verstandesrechte Heillehresei nur auf eine Kenntniss des belebten Menschenleibes zugründen, überzeugt sind, dass sie jede andere Grundfeste blind-lings verwerfen, sie keiner Beachtung würdigen, ja einen Ab-seiten davor äussern, wie verzärtelte Weiber vor Kröten, Schlan-gen, Eidechsen und anderem unheimlichen Gewürm. *)
Ich habe oben gesagt: alles, was in dein Verstände derMenschen liege, müsse früher oder später zu Tage kommen.So lässt sich denn auch wol denken, dass in der langen ge-schichtlichen Zeit, von der wir eben gesprochen, sich einzelneAerzte werden gefunden haben, welche das Unlogische des
*) Dass die Gelehrten so sperrig jede leise Mahnung, einen vermeintlich längstabgeurtbeilten und verdammten Gegenstand aufs neue heller zu beleuchten,kurz und wegwerfend zurückweisen, kann ich, obgleich Ich es selbst schonzweimahl, freilich auf eine sehr harmlose Weise erfahren, durchaus nichtmisshillgen; denn welchen Belang haben die Gelehrten, den Werlh dermöglichen Grundfesten einer Heillehre gegen einander abzuwägen, die ge-heimarztliche Lehre gründlich zu erforschen? Höchstens den, dass siedeich solche Untersuchung befähiget würden, einen Punkt der Geschichtezu berichtigen. Wahrlich! ein geringer Vortbeil für so viel l'leiss, als jene,Untersuchung verlangt. — Für uns Praktiker hingegen Ist es von dergriisslen Wichtigkeit, die Medizin von einer Kunst zu einem echten, auf
Erfahrung basirien Verstandesgeschäfte zu erheben, Theorie und Praxi« zu
einer verstandesrechten, unscheklbaren Einheit zu verschmelzen. Mir scheintes also lehr hillig, dass wir Praktiker, die die Fracht gemessen wollen,auch den Acker, worauf diese einzig wachsen und gedeihen kann, selbstbearbeiten. Solche, wahrlich nicht gelinge Hohe, aus Faulheit den Ge-lehnen ansinnen, welche ohnedies, Ihrer Stellung wegen, sich mit allenalten und neuen literarischen Geburten und Missgehurlcn ruhelos beschäf-tigen müssen, ist höchst unschicklich.