Natürliche Mineralwässer.
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Trotz .aller Vorsichtsmaassregeln ist übrigens die Haltbarkeit dermeisten natürlichen Mineralwässer doch nur eine beschränkte; ins-besondere sind es wieder die Eisen-*) und Schwefelwässer, welcheder Zersetzung am raschesten unterliegen. Mineralwässer,welche längere Zeit gelagert haben, sind daher vom Ge-brauche überhaupt auszuschliessen.
Im wohlverstandenen eigenen Interesse tauschen übrigensmanche Brunnen Verwaltungen Wässer, welche ein Jahr odereventuell auch weniger lange gelagert haben, gegen frische Fül-lungen aus.
Fälschungen bezw. Unterschiebungen geringerwertiger Wässerlassen sich nur durch die chemische Analyse aufdecken. DieNotwendigkeit, von Zeit zu Zeit die Identität der im Handelerscheinenden Mineralwässer durch quantitative chemische Analysenzu controliren, zeigen die Untersuchungen von Thury 2 ), nachwelchen u. a. theuer bezahlte Jodwässer entweder gar kein Jododer weit weniger, als Etiq netten oder Ankündigungen vorgaben,enthielten. Für — womöglich staatlich zu überwachende — zeit-weilige Controlanalysen der abgefüllten, käuflichen Mineralwässerdürften die Bestimmungen des Abdampfrückstandes, der wich-tigeren oder werthvolleren Bestandteile, wie Arsen, Lithium, Brom,Jod, Eisen, sowie einiger beliebig ausgewählter, sonstiger Bestand-teile, wie Chlor, Schwefelsäure, Salpetersäure, Kalk etc., genügen,um die Identität eines Wassers durch seine chemische Beschaffen-heit festzustellen. Die chemische Zusammensetzung der natürlichenMineralwässer ist nur sehr geringen Schwankungen unterworfen.Daher bieten die in verschiedenen Handbüchern gesammeltenQuellenanalysen der meisten bekannten Mineralwässer s ) zuverlässigeStützpunkte für die Beurtheilung der Identität der in Flaschenund Krügen käuflichen Wässer nach den Ergebnissen chemischerControlanalysen.
Die natürlichen Mineralwässer stammen gewöhnlich aus
!) Giulio Tolomei führt die Ausscheidung des Eisens der Eisen-wässer auf die zersetzende Thätigkeit sogenannter Eisenbakterien zurück,von denen er in den Absätzen der Flaschen mehrere Arten nachgewiesenhaben will. Dieselben sollen sich des Ferrocarbonates bezw. dessen Kohlen-stoffs als Nährstoff bedienen unter gleichzeitiger Oxydation des Eisenoxyduls.Es werden jedoch vorerst weitere Bestätigungen dieser Angaben abzuwartensein. Durch: Chemiker-Zeitung 1895, S. 885.
2 ) Mitgetheilt von v. Eodor. Archiv für Hygiene 2, (1884), 446.
3 ) Raspe, Heilquellenanalysen, Dresden 1885; Goldberg, Die natür-lichen und künstlichen Mineralwässer, Weimar 1892; Real- Ency klopädieder gesammten Pharmacie, Wien und Leipzig 1889, Bd. VII, u. a. m.
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