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Tiemann-Gärtner's Handbuch der Untersuchung und Beurtheilung der Wässer : zum Gebrauch für Apotheker, Ärzte, Chemiker, Fabrikanten, Medicinalbeamte und Techniker ; mit 40 Holzstichen u. 10 Taf.
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Seite
614
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614 Schwankungen im Bakteriengehalt ein und desselben Wassers.

105 Bakterien. Der /.weite Brunnen enthielt in der ersten Wasser-probe nach zwölfstündiger Pause 40 bis CO Mikroorganismen, flaoneinstundigem Pumpen indessen 220 bezw. 300 und nach ändert«halb-, zwei- und dreistündigem Pumpen je 60 Keime im (Jubik-centimeter.

M. Gruber 1 ) eitirt eine Angabe von Meeraus, „Die Wasser-versorgung von Linz":

Das Wasser eines grossen Versuchsbrunnens enthielt i' 11

Cubikcentimetcr

, . „ . , „ ... e fTausende von

beim Beginn des bchoplens.......{ .. .

ö * [ Kennen

nach achttägigem, ununterbrochenen Aus-pumpen mittelst Centrifugalpumpe . . 472

nach vierzehntägigem Pumpen..... 22

nach fünfzehntägigem Pumpen..... 10

Aus den angeführten Beispielen gebt hervor, dass im Allgß"meinen durch längere Zeit dauerndes Abpumpen, d. h. eine Ent-fernung des im Brunnenkessel ursprünglich vorhandenen Wassersund Nachströmen neuen Wassers der Keimgehalt sinkt, dass aberFälle vorkommen, in welchen die Herabminderung der Keimzahlganz ungemein lange auf sich warten lässt, oder gering ist, oderüberhaupt fehlt.

Dieser Sachverhalt erklärt sieh, ganz abgesehen von derKeimfreiheit oder dem Ketmreichthum des zufliessenden Wassers,durch die Grösse der Wassermenge in den Brunnenkesseln, durchdie Eigentümlichkeiten ihrer Wandungen und der Pumpen, sowiedurch die Lage des Saugers, ob letzlerer Brunnenschlamm ab-nimmt oder nicht.

Sehr schwer ist es, einen Brunnen durch Abpumpen gänzlichvon den darin befindlichen Bakterien zu befreien. II eider, s "erzählt Gruber (1. c. S. 422), Hess einmal drei Tage hindurch »»'unterbrochen aus einem 8 m langen und 5 cm weiten Röhren;brunnen Wasser pumpen mit einer Förderung von 20 Litern i' 1der Minute. Die zuletzt aufgefangene Probe enthielt noch l'"Keime im Cubikcentimetcr, obwohl das Grundwasser, wie ander-weitige Beobachtungen lehrten, keimfrei war. Au der Brunne 0 "wand, an dem Pumpenrohr, in der Pumpe, zwischen den kleineU)an festen Gegenständen haftenden Algen u. s. w. befinden sichMikroorganismen. Wenn es auch gelingt, die frei im Brunnen-

J ) Die Grundlagen der hygienischen Beurtheilung des Wassers. Deut9<* eVierteljahrsschrift f. öffentl. Gesundheitspflege 25, 415.