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Tiemann-Gärtner's Handbuch der Untersuchung und Beurtheilung der Wässer : zum Gebrauch für Apotheker, Ärzte, Chemiker, Fabrikanten, Medicinalbeamte und Techniker ; mit 40 Holzstichen u. 10 Taf.
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Das Absterben der Mikroorganismen.

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Zellen enthielten. Aus 15 unter 65 verschlossenen Kolben, welchevon Pasteur zu seinen Versuchen über Generatio spontanea ge-hraucht waren, konnte Duclaux noch nach 20 bis 25 Jahren neueKulturen herstellen. Die Reaction der Flüssigkeit in den fer-tilen Gefässen war leicht alkalisch, während die sterilenLösungeil entweder stark alkalisch oder sauer rcagirten.

Zu den obigen Versuchen sind künstliche Nährlösungen ver-wendet, worden. Dass die Lebensdauer der Bakterien in gewöhn-liohem Wasser sich anders verhalte, ist wahrscheinlich; sie wirdverschieden sein nach der Art der Organismen, welche in dasWasser gelangen. Miquel ') öffnete eine Flasche mit Seinewasser,Welche neun Jahre verschlossen gewesen war; ursprünglich hattedieses Wasser 4800 Bakterien in 1 ccm enthalten, nach dieserZeit fanden sich 220 lebensfähige Keime. Eine andere Probe mitVannewasscr, die anfänglich 66 Bakterien im Cubikcentimeterenthielt, war nach zehn Jahren vollständig steril, trotzdem im An-fang eine starke Vermehrung der Mikroorganismen stattgefundenhatte. Ueber den Typhus, den Milzbrand, die Cholera wird imKapitel XIV das Erwähnenswerthc angeführt werden.

Man darf wohl mit Sicherheit annehmen, dass das Absterbender Organismen allmählich erfolgt; die schwächeren IndividuenVerfallen zuerst dem Untergänge, später folgen die kräftigeren.Sehr gut lässt sich das langsam fortschreitende Absterben beob-a, 'ht,eii bei Desinfectionsversuchen. Gelangt man mit dem Mittel,z - B. Carbolsäure, an die untere Grenze seiner Wirksamkeit, soerscheint auf den Culturplatten die Colonienzahl vermindert; jec °ncentrirter man das Desinficicns anwendet, oder je länger man,,a s Mittel einwirken lässt, um so mehr sinkt die Zahl, bis zuletztf, ie Gelatiueplatten ganz frei von Colonien bleiben.

Ueber die allmähliche Abnahme der Keime berichtet Roth 2 ):er hatte in einem Brunnenwasser 5000 lebensfähige Keime pro*~ n bikcentiinctcr gefunden; nachdem das Wasser zwei Tage inverkorkter Flasche gestanden hatte, enthielt es— nach dem Um-Schütteln — 80000, nach drei Tagen 120000, nach fünf Tage«ö "000, nach zehn Tagen 43000 und nach vier Wochen nur noch"jw Bakterien. Leone fand am fünften Tage eines Versuche«lu <3 halbe Million Keime im Cubikcentimeter Wasser, nach einemMonate noch 120000 und nach einem halben Jahre nur noch 95.

Die letzten Gründe, warum das Einzelwesen stirbt, sind unserborgen; die grosse Frage des Werdens, des Lebens und des

') Revue d'hygiüne, Tom. IX, p.2 ) 1. c. S. 158.

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