Druckschrift 
Tiemann-Gärtner's Handbuch der Untersuchung und Beurtheilung der Wässer : zum Gebrauch für Apotheker, Ärzte, Chemiker, Fabrikanten, Medicinalbeamte und Techniker ; mit 40 Holzstichen u. 10 Taf.
Entstehung
Seite
446
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

J

446

Allgemeine Beziehungen der Organismen zum Wasser.

V.

Allgemeine Beziehungen der im Wasser vorkommen-den Organismen zum Wasser.

Cohn theilt in seinen Beiträgen zur Biologie der Pflanzen,Bd. T, S. 113, die im Wasser vorkommenden Organismen in dreiKategorien, „welche einem verschiedenen Grade der Reinheit desWassers entsprechen. 1) Diatomeen und grüne Algen (Conferven,JProtococcus, Scenedesmus, etc.) setzen ein an organischen Stoffenarmes Wasser, sowie Zutritt des Lichtes voraus, unter dessen Ein -fluss sie die Kohlensäure des Wassers zerlegen und zu ihrer Er-nährung verwerthen. In faulendem Wasser gehen diese Algen baldzu Grunde; von ihnen ernähren sich gewisse grössere Infusorien,insbesondere viele Ciliaten (Nassula, Loxodes, Urostyla etc.), vonletzteren oder direct von den Algen wieder Entomostraceen (Dap''~nia, Cyclops, Cypris) und die meisten Räderthiere, sowie Borsten-würmer (Naiden) und Mückenlarven. Ihre Gegenwart in geringe*Zahl ist daher innerhalb gewisser Grenzen mit der Reinheit desWassers durchaus nicht unvereinbar. — 2) Brunnenwasser, dasviel organische Reste in fester Form suspendirt enthält, ist derBoden für Wasserpilze, welche sich von jenen Ueberresten nähren-Von organischen Resten leben auch die carnivoren Infusorien (g e "wisse Amoeben, Paramaedum Aurelia, Amphileptus Lamella, Oxytriciti*Pellionella, Epistylis spec, Chilodon Cucullus, Euplotcs Charon etc-,ferner Anguülula und das Räderthier llotifer vulgaris, sowie g e "wisse Tardigraden und Milben).— 3) Brunnenwasser endlich, welchesorganische Stoffe in grosser Quantität gelöst enthält, befindet sie»in einem Zustande der Fäulniss oder Gährung, der sich oft durenüblen Geruch und Entwickelung von Gasen bemerklich macht, un«wimmelt in Folge dessen von Gährungspilzen und den eigentlichenFäulnissinfusorien, die, mundlos, sich ausschliesslich von gelöstenorganischen Verbindungen ernähren und mit dem Aufhören desFäulnissprocesses verschwinden. Es sind das Schizomyceten all erArt und die meisten Infusoria flagellaia: Bakterien (Zoogloea), »*'