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Anleitung zu botanischen Beobachtungen und pflanzenphysiologischen Experiementen : ein Hilfsbuch für den Lehrer beim botanischen Schulunterricht ; unter Zugrundelegung von Detmers "Pfalnzenphysiologischem Praktikum" ; mit 54 Abb.
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10. Lebensweise der Pilze.

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Berberitze (Berberis vulgaris) auf ihrer Unterseite polsterförmige,orangefarbige Anschwellungen zeigen. Aus einem geeigneten Blattteilestellen wir nach der unter 2. angegebenen Methode zarte Querschnitteher. Bei mikroskopischer Untersuchung zeigt sich uns das Bild,welches in Figur 13, 1. dargestellt ist.

Der Blattquerschnitt läfst das Vorhandensein der Epidermis, dosPalissaden- und Schwammparenchyms leicht erkennen. Zwischen denZellen hat sich das Mycelium des Pilzes entwickelt. Dieses erzeugteigentümliche becherförmige Gebilde, die sogenannten Aecidienfrüchte.Sie bestehen aus einer Hülle (Peridie) und den zahlreichen dieSporen bildenden Basidien. An der Oberseite des Blattquerschnittessind keine Aecidienfrüchte vorhanden, sondern die sogenanntenSpermogonien, über deren Funktion man noch nicht sicher unterrichtetist. Die Sporen aus den Aecidienfrüchten kommen nun nicht wiederauf den Berberisblättern zur Entwickelung, sondern sie gelangen aufverschiedene Gräser: Weizen, Gerste, Hafer, keinem hier zumal aufden Halmen und Blattscheiden und rufen die bekannte Rostkrankheitdes Getreides hervor. Untersucht man zarte Querschnitte solcher vomRost befallener Halme, so findet man, dafs das Mycelium des Pilzesim Gewebe wuchert, den Inhalt der Zellen desorganisierend und anbestimmten Stellen zahlreiche nach aufsen gerichtete Zweige erzeugend,welche die sogenannten Uredosporen abschnüren (Siehe Fig. 13, III).

Die Entwickelung des Pilzes ist noch viel komplizierter, als eshier angedeutet werden kann. Auf jeden Fall ist mit derselben einWirtwechsel verbunden, der sich auf verschiedenen Nährpflanzen(Berberitze, Gräser) vollzieht. Diese Nährpflanzen leiden unter derVegetation des Pilzes ungemein, indem derselbe ihr Gewebe zerstört,sie aussaugt und dadurch in einen krankhaften Zustand versetzt.

Zu den Rostpilzen gehört auch Uromyces Pisi. dessen Uredo-zustand auf Pisum und Vicia Cracca vorkommt. Die Aecidienform desParasiten lobt dagegen auf Euphorbia Cyparissias. Die befallenenPflanzen sind im Frühjahre leicht daran kenntlich, dafs sie sicli völligunverzweigt entwickeln, keine Blüten und nur sehr kurze Blätter produ-zieren und einen eigentümlichen Honiggeruch besitzen. Im Innernder Pflanze lebt das Mycel des Pilzes. Die Aecidien trelen m Formroter Flecke auf der Unterseite der Blätter hervor, und die in den-selben ausgebildeten Sporen gelangen nun wieder auf die genanntenPapilionaceen. Besonders merkwürdig und beachtenswert sind eben