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Anleitung zu botanischen Beobachtungen und pflanzenphysiologischen Experiementen : ein Hilfsbuch für den Lehrer beim botanischen Schulunterricht ; unter Zugrundelegung von Detmers "Pfalnzenphysiologischem Praktikum" ; mit 54 Abb.
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4 I. Ernährung der Pflanzen.

Sie erzeugen alsbald zahlreiche Wurzeln, kräftige Stengel undBlattgebilde.

Zweckmäfsig ist es, -wenn man mit kleineren Kulturgefäfsen von11 Inhalt experimentiert, die Nährstofflösung von Zeit zu Zeit (etwa alle1014 Tage) zu erneuern. Die Anwendung groi'ser Cylinder machtdie Erneuerung der Lösung überflüssig oder erfordert eine solche dochnur nach langer Zeit. Bei unserm Versuche ist es gar nicht erforder-lich, die Untersuchungsobjekte sehr lange zu kultivieren. Es genügt,dieselben etwa 5 6 Wochen lang in der angegebenen Weise zu be-handeln.

Nach Verlauf dieser Zeit werden die Pflanzen aus der Nährstoff-lösung herausgenommen. Man entfernt die Watte und trocknet dieMaispflanzen an der Luft, bis sie den lufttrocknen Zustand angenommenhaben. Die nunmehr anzustellenden Wägungen ergeben, dafs das Ge-wicht der Pflanzen das Vielfache von demjenigen der Samen beträgt. J )

Überlegen wir nun, was diese Versuche lehren: In der Nährstoff-lösung standen den Wurzeln nur anorganische Stoffe (Wasser undeinige Salze) zur Verfügung. Der letzteren bedürfen sie, wie spätergezeigt werden soll, notwendig zu ihrer Entwicklung. Die ober-irdischen Organe der Maispflanzen konnten ebenfalls nur anorganischeStoffe aufnehmen, nämlich die Bestandteile der Luft (Sauerstoff, Stick-stoff, Kohlensäure). Trotzdem haben wir erfahren, dafs eine bedeutendeMenge von Pflanzensubstanz (also organische Substanz) produziertworden ist. Somit besitzt die grüne Pflanze die Fähigkeit, unter demEinflufs des Lichts aus rein anorganischem Material (nämlich Kohlen-säure und Wasser etc.) organische Substanz zu bilden.

2. Die Assimilationsorgane der Pflanzen.

(Makroskopisches über das Blatt, Methode der mikroskopischen Untersuchung,

Chlorophyllkörper.)

Es ist unter 1 schon darauf hingewiesen worden, dafs den grünenZellen der Pflanzen die Aufgabe zufällt, organische Substanz aus an-organischem Material zu bilden, also zu assimilieren. Die an grünen

') Will man Bohnen, Mais oder Buchweizenpflanzen mit Hilfe der Methodeder Wasserkultur zur völligen Entwickelung und Samenreife bringen, so thutman gut, die Pflanzen nicht immer mit ihren Wurzeln mit der Nährstofflösungin Berührung zu lassen, sondern sie von Zeit zu Zeit einige Tage lang in de-stilliertes Wasser oder Gipswasser einzusetzen. Zur Blütezeit mufs dann dafür