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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Paralysen.

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dagegen, die von einer Ablagerung der gichtischen Concremete aufdie Rückenmarkshäute und Druck auf das Rückenmark oder einerExostose der Knochen, Anschwellung des ligamentösen Apparatsherrühren, bedürfen einer mehrere Monate fortgesetzten Kur undWiederholung derselben zur Heilung. Wird durch die Bäder einregelmässiges Podagra hervorgerufen oder die Gicht nach äusserenTheilen determinirt, so ist die Prognose günstiger; stets schreitet dieBesserung nur Langsam fort, zumal wenn die Ausscheidung derpathischen Stoffe durch die Haut und Nieren geschieht. Daher sinddie warmen und heissen Bäder zu verordnen, die die Hautthätig-keit kräftig fördern und zugleich die Nervenenergie beleben.

c. In den Lähmungen, die nach Metallvergiftungen ent-stehen, z. B. bei Arbeitern, die sich mit Blei, Quecksilber, Arsenikbeschäftigen, bewähren sich die Schwefelquellen gleichsam alsSpecifica. Sehr schnell wird der Tremor mereurialis gehoben.

Preiss (I. c. 1841.) sah in Warmbrunn einen Mann vollkom-men genesen, der mit seiner Frau und Kindern eine durch Arsenikvergiftete Suppe genossen hatte. Bei der Frau und den Kindern stell-ten sieh unmittelbar nach dem Genus.se Kopfsohmerzen, Schwindel,Leibschmerzen und heftiges Erbrechen ein; doch genasen sie nachkurzer Zeit. Der Mann blieb aber, obwohl sich auch bei ihm hefti-ges Erbrechen eingestellt, längere Zeit unwohl, fühlte Abgeschlagen-heit der Glieder, litt an Störungen der Verdauung, Obstruction, hatteein cachectisches Aussehen, ermüdete leicht beim Gehen, klagte überKälte der Hände und Füsse und wurde endlich von einer lähmungs-artigen Schwäche der oberen und unteren Extremitäten befallen. ZwölfWochen nach der Vergiftung wurde die Kur begonnen, die auch gutenErfolg hatte.

Eine Frau, die nach einer Arsenik Vergiftung von einer Schwächedes ganzen Körpers, besonders der Extremitäten, befallen ward, welcheäusserst schleichend nach Jahren in starkes Zittern und endlich inLähmung derselben überging, ward vier Jahre, nachdem die Vergif-tung stattgefunden, vollkommen geheilt. Schon nach zehn Bädernbrachen starke Schweisse hervor, die, wie früher, die Wäsche gelbfärbten.

In Langenbrücken beobachtete Hergt (1. c.) einen Mann von30 Jahren, bei dem sich nach dem mehrmaligen Genüsse grosser Do-sen Bleizucker Intoxicationszufälle einstellten. Bei schmutziger, erd-fahler Gesichtsfarbe war sein Körper auffallend abgemagert, gleich-sam zusammengeschrumpft, er klagte über Schwindel, schmerzhafteMüdigkeit in den Gelenken, besonders den Knieen, seine Hände zit-