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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane.

Menorrhagieen und Metrorrhagieen sind oft begründet ineinem hyperaemischen Zustande des Uterus, bei Frauen in den mitt-leren Lebensjahren, von kräftigem Körperbau, straffer Muskulatur,die gleichzeitig an einer Plethora abdominalis leiden. Gewöhnlichhaben mehrere Entbindungen, auch wohl Fehlgeburten stattgefunden,in deren Folgen Hemmnisse in der freien Circulation des Blutes inden Unterleibsorganen sich entwickelten. Zuweilen finden Blutungenaus den Haemorrhoidalvenen statt. Bei der Untersuchung zeigensich manchmal deutliche varicöse Venen am Mutterhalse und Schei-dengewölbe oder Hyperaemie und Anschwellung des Mutterhalses.

Sehr häufig ist auch eine Anschwellung der Leber damit ver-bunden; verminderte Fsslust, eine belegte Zunge, Stuhl Verstopfung,Schmerzen in der Lenden- und Inguinalgegend, Beschwerden beimUrinlassen, in Folge des Drucks des angeschwollenen Uterus auf dieBlase. Hat das Leiden bereits längere Zeit bestanden, so stellensich nervöse Erscheinungen ein, wie Kopfschmerzen, zuweilenErbrechen, vorzugsweise zur Zeit des Eintritts der Menstruation,Schwäche, Abgeschlagenheit der Glieder, (lenmthsverstimmung,Schlaflosigkeit und hysterische Zusfälle verschiedener Art.

In diesen Fallen sind die Tlie/men von Ems, Bertrleh undIiandeck sehr zu empfehlen und zwar an letzterem Orte dieQuellenbäder. Zuweilen und zumal bei ausgeprägter Haemorrhoidal-anlage und deutlichen Zeichen der Plethora abdominalis muss manden Mariannenbrunnen neben den Bädern trinken lassen.In allen Fällen bilden die Molken, wenn sie vertragen wer-den, ein wesentliches Unterstützungsmittel der Kur, indem sie dieDarm- und Nierensecretion befördern. Der Aufenthalt in der reinen,belebenden Gebirgsluft, der Genuss frisch gemolkener Kuhmilch,massige, dem Kräftezustande entsprechende körperliche Bewegungund eine milde, nährende Kost gehören zu den diätetischen Vor-schriften, die solchen Kranken zu ertheilen sind.

Bei bedeutender Stase in den Unterleibsorganen, besonders derLeber, die sich durch die Manualuntersuchung leicht erkennen läset,verordne man entweder vorher zu Hause eine methodische Kur mitdem Saidsch fit zer- Bitterwasser (s.S. 359) oder lasse den Ma-rienbader Kreuzbrunnen vorher an der Quelle trinken, odernach einer lllägigen oder dreiwöchentlichen Badekur eine Trinkkurmit der Salzquelle von Franzensbad oder selbst der lauenQuelle von Reinerz beginnen und nach völlig beendeter Badekurdie letzteren Wasser noch einige Zeit fortgebrauchen.