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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten der weibliehen Geschlechtsorgane.

3 Monate hindurch das Jodeisen in kleinen Dosen nehmen, wiederholtBlutegel an die Vaginalportion setzen und zweimal täglich die warmeUterusdouche in Gebrauch ziehen. Schon nach sechswöchentlicher Be-handlung trat die Menstruation ein und kehrte später regelmässig wie-der, die chlorotischen Erscheinungen schwanden vollends und das Vo-lumen der Brüste nahm unter der gleichzeitigen Anwendung des Seu-t i n'schen Compressivverbandes beträchtlich ab.

3. Leucorrhoe.

Die Leukorrhoe gehört oft zu den hartnäckigsten Afiectionen, welcheallen Mitteln trotzt, wenn die zu Grunde liegende Ursache Dicht aus-findig gemacht werden kann. Daher ist es nothwendig, che man zurVerordnung einer Mineralwasser- und Badekur schreitet, eine gründ-liehe Untersuchung und Erforschung aller anamnestischen Momentevorhergehen zu lassen.

1. Liegt eine scroph ulöse Diathese zu Grunde, wie es gewöhn-lich bei den Schleiniflüssen der Fall ist, die Kinder und junge Mäd-chen heimsuchen, so sind die Soolbäder zu verordnen, verbundenmit Injectionen in die Scheide mit der verdünnten Soole.

Seebäder zeigen sich wirksam bei lymphatischen, schwammi-gen Individuen mit schlaffen, welken Muskeln, bleicher Gesichtsfarbeund grosser Apathie des Körpers und Geistes, durch kräftige Be-schleunigung des Stoffwechsels, wobei ein Theil der Wirkung derSeeluft zuzuschreiben ist; jedoch erfordern sie einen gewissen Gradorganischer Energie, eine nicht zu tief gesunkene Lebenskraft, umeine dauernd heilsame Wirkung hervorzurufen, denn das Bad bedingtnachBeneke (1. c.) eine absolut vermehrte Harnsäureproduction imOrganismus, mithin im zweiten und dritten Gliede eine vermehrteOxalsäureproduction und vermehrte Ausscheidung von Phosphaten,beeinträchtigt somit den reichen Gewinn an Phosphorsäure, die be-deutende Hebung des Ernährungsprocesses, welchen der Organis-mus bei ausschliesslichem Genuss der Seeluft erfährt. Schwäch-liche Individuen dürfen daher auch nicht täglich baden und müssenAll<^, was eine bedeutende Abspannung herbeiführt, z. B.*weite, an-greifende Spaziergänge, meiden. (Ueber die Wahl des Seebadess. S. 467).

Wo die Schwäche einen sehr hohen Grad erreicht hat, ist deralleinige Aufenthalt an der See und die Einwirkung der Seeluft zuempfehlen, oder man lässt mit warmen Seebädern zu 2426° R-