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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Tuberculosis pulmonum.

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eingetreten ist. Haemoptysis bildet keine Contraindication, in-dem das Schwefelwasser gerade durch vermehrte Ausscheidungenaus dem Blute der Pfortader die Blutanhänfung in den Lungen be-schränkt, mithin kräftig ableitend wirkt. Gleichfalls verschwindenauch die mit der Ausschwitzung und Reizung der Schleimhaut zu-sammenhängenden krankhaften Symptome: Auswurf und Husten. Inder Regel eignen sich bei florider Constitution im jugendlichen Alterdiese Wasser nicht. Die Inhalationen der schwefelwasserstoffgas-haltigen Dämpfe wirken nur beruhigend, vermindern den quälendenHusten und erleichtern die Expectoration und können dadurch eineauffallende Besserung herbeiführen. So theilt z. B. Grandidier(Bad Nenndorf. 1851.) zwei Fälle von weit vorgeschrittener Krank-heit mit, wo die feucht - warmen Gasbäder und der Gebrauch derMolke Heilung bewirkten.

Meist scheint aber die günstige Wirkung der Schwefelwasser aufdem Gehalt an alcalischem Salzen zu beruhen, welche die catarrha-lische Affection der Schleimhaut beseitigen, oder muss dem heilsamenClima zugesehrieben werden, in welchem die Kranken sich längereZeit aufhalten, so z. B. in manchen Kurorten der Pyrenäen.

Hat die Tuberculosis schon bedeutende Fortschritte gemacht, oderist bereits das letzte Stadium eingetreten, so ist von einer Mineral-brunnenkur nichts mehr zu erwarten, vielmehr wird der Zustand derKranken verschlimmert und der tödtliche Ausgang schneller herbei-geführt. In solchen Fällen kann auch die Veränderung des Clima'skeinen Nutzen mehr schaffen und die Anstrengungen der Reise wer-den den Verlauf der Krankheit nur beschleunigen. Man lasse denKranken ruhig zu Hause, schaffe ihm palliative Hülfe, unterstützeseine Kräfte, enthalte sich aber jedes eingreifenden Verfahrens.

Kranke, die nach einem warmen Clima gesandt werden, müssenso lange als möglich in der Fremde verweilen, damit sowohl dietuberculöse Dyscrasie getilgt, als auch von den Lungen jeder schäd-liche Reiz abgehalten werde, und kehren sie in ihr Vaterland zurück,so müssen sie nach den strengsten diätetischen Regeln leben. Vor-zugsweise ist auf die Verdauungsorgane Rücksicht zunehmen, indemdurch üeberfüllung der venösen Gefässe in den Unterleibsorganengewöhnlich derselbe Zustand in den Lungen hervorgerufen und leicht*u einer neuen Reizung der Respirationsorgane Veranlassung gege-'"n wird. Auf Massigkeit im Essen und Trinken, regelmässige Be-wegung im Freien und Vermeidung geistiger Anstrengung ist beson-ders Gewicht zu legen.

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