224
Krankheiten des Kehlkopfs.
halts des Wassers an schwefelsaurem Kalk ist eine gute Verdauungerforderlich und deshalb dem Kranken eine strenge Diät anzuem-pfehlen. Erfolgt während der Kur Verstopfung, wie es in den erstenTagen nicht selten der Fall ist, so müssen kleine Dosen von Karls-bader-Salz zum ersten Becher hinzugesetzt oder Clystire von Schwe-felwasser verordnet werden, weil sich sonst leicht ein gastrischerZustand entwickelt.
Die gewöhnliche Temperatur der Bäder ist 25'—27° R.; im An-fang verweilen die Kranken nur 15 bis 20 Minuten, später 30 bis40 Minuten in denselben; ein längerer Aufenthalt ist selten vonNutzen.
Die Inhalationen geschehen in einem grossen ovalen Gassalon,in dessen Mitte sich ein Bassin befindet, aus welchem das Schwefel-wasser der stärksten Quelle in einem mehrere Fuss hohen Strahlefontaineartig emporspringt und durch sein Niederfallen auf einenscheibenförmigen Absatz von Kupferstein zertheilt wird, wodurch dieEntwickelung des Gases erfolgt. Die Trennung des Gases ist sovollständig, dass in dem am Boden des Behälters angesammeltenWasser durch Reagentien keine Spur von Schwefelwasserstoff mehrzu entdecken ist, der nur die Luft in den niederen und oberenSchichten des Zimmers erfüllt.
Ausserdem wird dem Salon aber auch auf sogenanntem trock-nen Wege abgesondertes Gas zugeführt. Mittelst eines Mechanismuswird nämlich ununterbrochen zufliessendes, fortwährend bewegtesSchwefelwasser ins Unendliche zertheilt und das hierdurch aus-geschiedene Gas in einen Behälter geleitet, aus dem es durch Lei-tungsröhren in den Gassalon emporsteigt. Durch Stellung des andem Rohre angebrachten Hahnes kann, man je nach dem Bedürfnissdas Gas kürzere oder längere Zeit einströmen lassen. Der Salonist übrigens mit Sopha's, Spieltischen und anderen Bequemlichkeitenversehen, zur Zerstreuung für diejenigen, die mehrere Stunden hin-durch darin verweilen sollen. Auf ähnliche Weise kann diesestrockne Gas in zwei Schlafkabinette im oberen Stock geleitet wer-den, in denen sich die Kranken Tag und Nacht hindurch aufhalten.Dies sind die trocknen Gasbäder.
Die feuchten oder warmen befinden sich in einem Zimmer zuebener Erde, in denen das Scbwefelwasserstoffgas auf die Weise sichentwickelt, dass kaltes und heisses Schwefelwasser aus brausenför-migen Röhren zugleich hervorströmt und auf einem steinernen Boden