Seebäder.
189
Wenig verändernden Grund, sind gegen Süden durch das hohe UferUnd die dasselbe bedeckenden Waldungen vor den Landwinden ge-schützt, während sie nach Norden, Osten und Westen vollkommenfrei, den Wellen gestatten, sich am Strande zu brechen. ■— Die Woh-nungen sind freundlich und meistentheils so gelegen, dass der Blickfrei über das Meer schweifen kann. Im Gesellschaftshause ist einetägliche table d'hote eingerichtet. Die sehr schöne Lage, die unmit-telbare Nähe der See und das einfache ländliche, aber angenehmgesellige Leben sind triftige Gründe, die in vieler Hinsicht diesemOrt einen Vorzug vor anderen Seebädern, zumal dem vorigen Ver-leihen, worauf der Arzt in gewissen Fällen Rücksicht zu nehmenhat. Die Kurgäste werden mittelst Wagen in einer Stunde vonSwincmünde hierher befördert, welches durch regelmässige Dampf-Scnififahrten, die 5—6 Stunden währen, mit Stettin in Verbindungsteht. In Stettin münden die nach den östlichen Provinzen despreussischen Staates und die nach Berlin führenden Eisenbahnen.Die Kurzeil beginnt am 15. Juni und endet am 20. September. ■—■ AlsBadegäste fungiren Dr. Smige und Dr. v. Wallenstedt.
Das Friedrich - Wilhelms - Seebad bei Piitbus auf derInsel Rügen hat durch seine Lage am Südabhange der Küste einSehr mildes Clima, genügt aber nicht allen Anforderungen, welcheder Arzt an ein Seebad zu machen hat; denn die Stadt liegt zu weitvom Strande entfernt, der Weg bietet wenig Schatten und das Mee-resufer ist wegen seines steinigen Lodens nicht Sehr günstig zumBaden. Es besitzt sehr schöne und zweckmässige Einrichtungen zukalten und warmen Seebädern. Das im dorischen Style erbauteBadehaus enthält 10 Cabinette mit marmornen Wannen und Vorrich-tungen zu Sturz-, Regen-, Tropf- und Douchcliädern. Das Meer-Wasser wird durch hölzerne Röhren 70 Fuss weit zum Ladehauseund hier durch Metallröhren in den Kessel und die Wannen geleitet.Die beiden Badeplätze am Strande für Herren und Damen liegenQicht weit von einander entfernt, und da sie nur gegen Süden geöffnetsind, vor rauhen Winden geschützt. Die Ladezeit beginnt mit dem'• Juli und endet am 1. Octobcr. — Das Badeleben ist dadurch ein»ehr angenehmes, dass es alle Reize des Landlebens in einer schö-nen romantischen Umgebung mit so manchem Genuas, den die Kunstund ,|;,s gesellschaftliche höhen" Leben bieten, verbindet. Diejenigen,Welche eine ländliche Einsamkeit lieben, können sieh in die Waldungu er GranitZ zurückziehen. Die Gommunication zwischen Stettin undStralsund wird durch Dampfschiffe Vermittelt.