Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
18
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

18

Störungen der Blntmischung.

und oft eben so schnell wieder verschwinden, und am stärksten sind,wenn die Catamenien erscheinen sollen. Dort ist der Impuls sehrstark und die Percussion ergiebt eine weite Verbreitung des mattenTones; hier ist trotz der vermehrten Palpitationen der Impuls schwach.Dort steigern reizende Mittel die Zufälle, hier werden sie durch diesegemildert.

Ebenso ist eine genaue Untersuchung der Lungen und des Unter-leibes bei bedeutenden Störungen von Seiten dieser Organe und ge-sunkener Reproduction erforderlich.

Seit Jahrhunderten hat sich das Eisen den Ruf eines hämo-plastischen Mittels erworben und ante? den Mineralwässern bildendaher die Eisenwasser die Panaeee für Anämische, unter denender Arzt, jedoch mit genauer Berücksichtigung der Constitution derKranken, der Digestionskraft und etwaigen complicirenden Leiden ineinzelnen Organen, seine Auswahl zu treffen hat. „ Ich bin über-zeugt", sagtBrandis, „dass sie in dieser Krankheit die einzig wirk-samen Arzneimittel sind und dass man mit denselben nicht früh genuganfangen kann. Alle vereinten Vorbereitungen von auflösenden Mit-teln u. s. w. sind überflüssig, Mittelsalze und Ausleerungen jeder Artsind schädlich. Diese Ueberzeugung gründet sich auf vielfältige Er-fahrungen."

Es hat bisher die Meinung vorgeherrscht, dass diejenigen Quellendie wirksamsten und kräftigsten seien, die das meiste Eisen enthalten;durch fortgesetzte Beobachtungen hat sich jedoch herausgestellt, dassdie Wirksamkeit von der Quantität der im Wasser enthaltenen Salzeabhängt und je grösser die letztere ist, um so geringere Erfolge er-zielt werden. Deshalb können Stahlwasser, die eine geringere Mengekohlensauren Eisenoxyduls im Verein mit sehr wenigen festen Be-standtheilen enthalten, eine weit kräftigere Wirkuns»' zur Folge haben,als solche, die viel Eisen und gleichzeitig viel Salze enthalten.

In denjenigen Eisenwassern, welche grosse Mengen schwelel-saurer Salze enthalten, geht ohne Zweifel die Wirkung des Eisensgrösstentheils spurlos vorüber; will man daher bei Individuen, diedurch die Eisenquellen verstopft werden, salzhaltige in Anwendungziehen, so wähle man solche, die bei hohem Eisengehalt nur geringeMengen schwefelsaurer Salze enthalten, wie die Trinkquelle inDriburg, die Quellen in i;1|»|>»I<Imuii . die Stahlquellen inPyrmont oder Bocklet. Die Verstopfung schwindet gewöhn-lich nach längerem Gebrauche des Wassers.