IV
Vorwort.
und genaue Beobachtungen bin ich zu der Ueberzeugung ge-langt, dass der practische Arzt, besonders an der Schwelleseiner Laufbahn, nur dann vor Irrthümern bei Verordnungvon Mineralwasserkuren bewahrt werden kann, wenn dieGrunzen, innerhalb derer eine Heilquelle oder eine Gruppevon Quellen ihre Wirkungen zu entfalten vermag, so eng alsmöglich gezogen und specielle Indicationen, die sie zu erfül-len im Stande ist, aufgestellt werden. Dies ist der haupt-sächlichste Zweck der vorliegenden Schrift.
Wenn ich aber nicht allen Anforderungen genügt habensollte, die der Practiker an eine solche Arbeit zu machen be-rechtigt ist, und nicht überall meinen Plan durchführen konnte,eines Theils die Krankheiten, dem physiologischen Principegemäss, systematisch abzuhandeln, andererseits bei der Em-pfehlung der Heilquellen nur die klinischen Untersuchungs-methoden und anatomisch-pathologischen Veränderungen alsmaassgebend gelten zu lassen, so werde ich wohl dadurchentschuldigt werden, dass der von mir hier eingeschlageneWeg, die Heilquellen in die practische Medicin einzuführen,ein noch ganz ungebahnter ist.
Fortgesetzte Studien von meiner Seite an den Quellenselbst, so wie die gründlichen Beobachtungen und Forschun-gen der Badeärzte, deren jüngere Generation ebenfalls an demwissenschaftlichen Streben der Neuzeit Theil zu nehmen be-ginnt und das unfruchtbare Feld vager Hypothesen verlässt,werden mich in den Stand setzen, in späteren Auflagen dasFehlerhafte zu berichtigen und vorhandene Lücken auszufül-len. — Da ich mich rein auf den practischen Standpunktgestellt, so habe ich nur diejenigen Quellen Deutschlands,Frankreichs und der Schweiz aufgenommen, die sich durchlangjährige Erfahrung einen Ruf erworben haben und sicheines zahlreichen Besuchs zu erfreuen pflegen.
Möge die Arbeit mithin, als ein Erstlingswerk auf einemnoch brach liegenden Felde, mit Nachsicht beurtheilt werden,