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Handbuch der qualitativen chemischen Analyse anorganischer u. organischer Verbindungen
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Chlor-, Bromwasserstoffsäure etc.

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100 ccm Eisessig circa 0,01 g Fuchsin auf und benutzt etwa2 ccm der Lösung zur Ausführung der Reaction. Zur Erken-nung sehr geringer Spuren von Nitriten verdünnt man dieFuchsinlösung vorher mit etwa dem lOfachen Volumen Eisessig,um die Färbung des Fuchsins zu vermindern. (Jorissen.)

Chlorwasserstoffsäure oder Chlormetalle erzeugen in derAuflösung von Silbernitrat weisses, flockiges Chlorsilber,unlöslich in Salpetersäure, löslich in verdünntem Ammoniakund Natriumhyposulfit. Aus der Lösung in Ammoniak wirddurch Salpetersäure wieder Chlorsilber ausgeschieden.

Bleiacetat wird weiss gefällt; das entstandene Chlorbleiist in vielem, heissen Wasser löslich, aus welcher Lösung esbeim Erkalten auskrystallisirt.

Auf Zusatz von concentrirter Schwefelsäure zum festenChlormetall entsteht Chlorwasserstoffgas, an seinem stechenden,sauren Geruch erkennbar. Beim Annähern eines mit Ammoniakbefeuchteten Glasstabes bilden sich dichte Salmiaknebel.

Mengt man ein Chlormetall mit Kaliumbichromat unddestillirt aus einer kleinen tubulirten Retorte auf Zusatz vonconcentrirter Schwefelsäure, so geht Chromoxychlorid über,welches, in Natronlauge aufgenommen, sich unter Bildung vonNatriumchromat zersetzt. Das Gelbwerden der Natronlaugebeweist demnach die Anwesenheit von Chlorwasserstoffsäure.(Siehe Chlorkalium S. 42.)

Bromwasserstoffsäure oder Brommetalle werden durchSilbernitrat gelblichweiss gefällt. Der Niederschlag ist unlös-lich in Salpetersäure, in verdünntem Ammoniak sehr weniglöslich.

Kleine Mengen von Bromwasserstoffsäure lassen sich mit-telst Chlorwasser und Chloroform nachweisen. (Siehe Brom-kalium S. 50.)

Mengt man Brommetalle mit Braunstein und übergiesstmit concentrirter Schwefelsäure, so treten braunroth gefärbteBromdämpfe auf.

Jodwasserstoffsäure oder .Todmetalle fällen aus Silber-nitrat gelbliches Jodsilber, unlöslich in Salpetersäure undAmmoniak.