Qualitative Trennung der seltenen Metalle.
109
diese Lösung auf Molybdän prüfen 1 ). Schwefeltellur gehtbeim Behandeln mit Salpetersäure in tellurige Säure über,welche sich beim Kochen der Flüssigkeit krystallinisch aus-scheidet. Durch Erhitzen in der ßeductionsflamme des Löth-rohrs auf Kohle erhält man metallisches Tellur, welches sich,ähnlich dem Antimon, wieder oxydirt und die Kohle weiss(tellurige Säure) beschlägt. Tellur kann auch noch daran er-kannt werden, dass. die wässerige Lösung einer Schmelzevon telluriger Säure mit Cyankalium eine weinrothe Farbevon Tellurcyankalium besitzt.
Zur Erkennung des Selens lässt sich vorerst das Ver-halten desselben vor dem Löthrohr auf der Kohle benutzen.Selenverbindungen entwickeln, in der Reductionsflamme erhitzt,den Geruch nach faulem B-ettig. Behandelt man das Schwefel-selen mit Salpetersäure, so entsteht eine Lösung von sele-niger Säure. Wird die Salpetersäure durch Abdampfen ent-fernt und schwefelige Säure hinzugefügt, so fällt das Selenals hellrotlies Pulver aus, welches durch Erwärmen der Flüssig-keit grau wird.
Die Trennung des Selens von Tellur beruht aufdem verschiedenen Verhalten derselben gegen Cyankalium.Durch Schmelzen beider Verbindungen mit Cyankalium erhältman nach dem Auslaugen mit Wasser eine Lösung von Tellur-Selencyankalium. Beim Durchleiten von Luft durch die Lösungwird das Tellur gefällt, und man kann im Filtrate das Selendurch längeres Kochen mit verdünnter Chlorwasserstoffsäureausscheiden.
l ) Man dampft die salpetersaure Lösung ab, löst den Rückstandin Chlorwasserstoft'säure, fügt Sulfocyankalium (Rhodankalium) und einStückchen Zink hinzu. Die Molybdänsäure wird reducirt, und es bildensich Molybdän-Rhodanidverbindungen, welche die Flüssigkeit carminrothfärben. Schüttelt man hierauf mit Aether, so gehen diese Verbindungenin letzteren über, und es entsteht eine orangeroth gefärbte Aetherschicht,welche an der Luft carminroth wird. Oder man erhitzt den Rückstandder salpetersauren Lösung mit einigen Tropfen concentrirter Schwefelsäureund fügt wenige Tropfen Alkohol hinzu. (Lasurblaue Färbung nach demErkalten; siehe S. 23.)