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AMPHIBIEN. PHOLIDOTA.
Von dieser Art erhielt ich ein junges Exemplar bei der Insel Mossambique undbei Ibo, einer der Querimba-Inseln, im April drei junge Exemplare und Hornschuppeneines grossen Exemplars, welche letzteren ganz glatt sind, während sie bei den ersterendie starken Kiele haben, die Agassiz so genau beschrieben hat. Es befinden sich vondiesen in unseren Sammlungen noch zwei Exemplare, von denen aber die näheren An-gaben über das Geschlecht verloren gegangen sind. Ich bedaure dieses um so mehr,da beide Exemplare zu derselben Zeit gefangen, nicht sehr verschieden in der Grösseund sonst übereinstimmend sind, aber eine sehr verschiedene Körperbreite haben. Denndas eine Exemplar ist 308 mm lang und 263 mm breit, das andere 27 cm lang und215 mm breit.
Der Fang dieser Schildkröte, welche an der ganzen Küste von Mossambique vor-kommt, ist besonders bei den Cap Delgado-Inseln sehr ergiebig, so dass allein von dortjährlich 7 bis 800 Kilogramm vortrefflicher Schildkrötenschale (tartaruga) ausgeführt werden.
Die Eingeborenen nennen diese Schildkröte in Mossambique ing-äppa, auf denCap Delgado-Inseln ngämba.
Chelonia mydas, Linne.
1766. Testudo mydas, Linne, Syst. nat. ed. XII. I. p. 350.
1783. Testudo viridis, Schneider, Allg. Naturg. Schildkr. p. 299.
1793. Testudo mydas, (Linne) Schöpf, Naturg. Schildkr. Taf. XVII. Fig. 2.
1833. Chelonia viridis, Schlegel, Siebold, Fauna Japonica. Rept. p. 18. Taf. IV. Fig. 4. 5. 6.
1835. Chelonia midas, virgata, maculosa et marmorata, Dumeril et Bihron, 1. c. p. 538sqq.
1842. Chelonia mydas, (Linne) Holbrook, N. Am. Herp. 2. ed. II. p. 25. Taf. 3.
1843. Chelonia virgata, (Sclnveigger) Cocteau et Bibron, Ramon de la Sagra Hist. de l'Isle de Cuba. Rept.p. 26. Taf. 3.
1858. Chelonia viridis, formosa, tenuis et Euchelys macropus, Girard, Un. Stat. Explor. Exped. p. 453sqq. Taf. 31.
1865. Chelone viridis, Strauch, Vertheilung d. Schildkr. üb. d. Erdball, p. 141.
1872. Chelonia mydas (Mydas viridis), Gray, Tortoises, Terrapins and Turtles drawn from life. p. 13. Taf. 59. 60.
Von dieser ihres wohlschmeckenden Fleisches wegen so geschätzten Schildkröteerhielt ich verschiedene Male junge und mittelgrosse Exemplare in Mossambique undauf den Querimba-Inseln.
Es ist mir eben so wenig wie Agassiz, Günther und Strauch gelungen, Un-terscheidungsmerkmale zwischen den als besondere Arten aufgestellten Exemplaren desatlantischen (Ch. mydas) und indischen (Ch. virgata) Oceans aufzufinden und bin auchich zu der Ueberzeugung gekommen, dass die vorerwähnten „Arten" nur als Varietäteneiner und derselben Art zu betrachten sind. Ich glaubte eine Zeit lang, wenn auchnicht in der Form der Kopf- und Körperschilder, doch in der Bildung der äusserenBedeckung der Gliedmassen, namentlich in der verschiedenen Grösse und Zahl derSchilder und Schildchen Merkmale zu einer hinreichenden Unterscheidung gefunden zuhaben. Aber auch diese Bildungen variiren in der Art, dass die Extreme zwar sehr