Während mehr als hundert Jahren ist die eine der beiden grossen Abtheilungender kaltblütigen Wirbelthiere mit dem ihr zuerst von Linne (Systema naturae. Lugdun.Batav. 1735) gegebenen Namen „Amphibia" bezeichnet worden, wie von J. G. Schneider,Merrem, Wagler, Wiegmann, J.Müller, Stannius U.A., während die viel spätervon Brisson vorgeschlagene Bezeichnung „Reptilia" fast allgemein in Frankreich undEngland angenommen wurde. Auf die kleinere Abtheilung dieser Thiere aber, welchebereits 1799 von A. Brongniart, 1804 von Latreille und 1820 von Merrem dieder Batrachier genannt wurde, den allgemeinen Linne'schen Namen zu beschränken,wie dieses 1825 von Latreille und nach ihm von manchen Neueren geschehen ist, er-scheint eben so wenig passend, wie die Bezeichnung Fische (Pisces) auf die Knochen-fische (Teleostei) oder den Namen S äug et hier e (Mammalia) auf die Schnabelthierebeschränken zu wollen. Denn Amphibien sind eben so gut die Crocodile, Sumpfschild-kröten, viele Eidechsen (z. B. Amblyrhynchus) und Schlangen (z. B. Tropidonotus, Platurus)wie die Frösche und Molche. Ausserdem sind die meisten Merkmale, welche man zurUnterscheidung der Batrachier von den übrigen Amphibien angegeben bat, später ent-weder als nicht richtig oder als nicht constante erkannt. Auch erscheint es sehr wün-schenswerth, eine die Linne'sche Classe umfassende Bezeichnung zu behalten, wofürder Linne'sche Name das Prioritätsrecht hat.
Es gehören hieher diejenigen kaltblütigen Wirbelthiere, welche weder Haarenoch Federn haben, mit nackter Haut, Schuppen oder Schildern bedeckt sind, ihreNasenhöhlen nach innen geöffnet und nicht geschlossen, die Urogenitalmündungen vorund nicht hinter der Analöffnung, wie bei den Fischen, gelegen haben. Der zusammen-gesetzte Unterkiefer verbindet sich durch Gelenkgruben mit dem Os tympanicum (qua-dratum) und das Hinterhaupt ist durch einen oder zwei Höcker mit der Wirbelsäule ein-gelenkt. Es sind, wie bei den Vögeln,, zwei Gehörknöchelchen, ein meist knöchernersäulenförmiger Stapes und ein knorpeliger Malleus vorhanden. Gehörlabyrinth mit einerSchnecke, mit Fenestra ovalis und rotunda. Die Rippen werden, wie bei den warm-blütigen Thieren, aus den transversalen und nicht, wie bei den Fischen, aus den ven-tralen Fortsätzen gebildet. Kreislauf unvollkommen doppelt; Herz venös und
Peters, Reise nach Mossambique. Amphibien. 1