Am 27. März 1879 ward nach kaum dreitägiger Krankheit ein zuschönen Hoffnungen berechtigendes Mitglied unseres Königshauses in vollerBlüthe der Jugend durch jähen Tod dahingerafft.
Die Wunde, welche dieser Verlust dem Herzen der treuen Eltern ge-schlagen, wird wohl niemals vernarben können.
Aber auch diejenigen, welche Gelegenheit hatten, dem begabten jungenPrinzen näher zu treten, werden seinen so frühen Heimgang stets betrauern.
Seine fast leidenschaftliche Vorliebe für das Studium der Thierwelt,seine Freude an den von ihm selbst angelegten Vivarien, sein ganz speciellesInteresse für die mannichfaltigen Formen der Amphibien führten auch michmit ihm näher zusammen.
Zwischen ihm und seiner ihm an Liebenswürdigkeit und Herzensgütegleichen Schwester, Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Victoria, bestandein besonders inniges Verhältniss. Ihr war es auch vergönnt, den theurenBruder noch in den letzten Stunden vor dem so unerwartet schnellen Endedurch ein mit zartem Sinn ausgewähltes Geschenk für sein Vivarium zuerfreuen.
Seine Hülle ruht jetzt neben seinem ihm so früh vorangegangenenBruder Sigismund. Der mit tiefer Wehmuth gemischte Wunsch, in den Im-mortellenkranz auf seinem Sarkophage auch meinerseits ein Blatt einzuflech-ten, liegt der Widmung dieses Werkes zu Grunde.
Von den vielen Hoffnungen, welche sich an ihn knüpften, sind auchdie für die besondere Förderung der biologischen Wissenschaften mit ihmzu Grabe getragen.
Berlin, den 10. Februar 1882.