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1 (1884) Anorganische Chemie
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Chlorammonium.

Materien, so bildet das kohlensaure Amnion sich auch durch Faulenund Verwesen derselben. In nicht unbeträchtlicher Menge ist esim gefaulten Harn enthalten, und darin aus dem Harnstoff hervor-gegangen , welcher durch Aufnahme von 2 Mol. Wasser sich inkohlensaures Ammon umwandelt:

CH 4 N 2 0 + 2H 8 0 = CO

OH 4 NOILN"

Harnstoff

Chlorammonium: H 4 NCl. Dieses im täglichen Lebenden NamenSalmiak" (säl ammoniacum) führende, dem Chlor-kalium correspondirende Salz kommt in zweierlei Formen in denHandel: aus Wasser krystallisirt, als weisses, aus kleinen, meistfederfahnenähnlich gruppirten Octaedern oder Würfeln bestehendesKrystallpulver, dann, durch Sublimation gewonnen, als feste, com-pacte, durchscheinende weisse Masse von faserig krystallinischemGefüge. Es hat einen gciaxf salzigen Geschmack , ist in Wasserleicht löslich (in 2"5 Thln. Wasser von gewöhnlicher Temperatur,und in seinem gleichen Gewichte siedenden Wassers). Von Alkoholwird es kaum gelöst. Beim Ejrhijgtm^verflüchtigt es sich voll-ständig , ohne zu schmelzen und ohne^sichzu zersetzen. Nochstärker erhitzt, zerfällt sein Gas durch Dissociation m_§^lzjü4ire > {1 und Ammoniak, welche sich bei herabgehender Temperatur wieder /zu Chlorammonium vereinigen.

In früheren Zeiten kam der Salmiak fast allein aus Egyptenin den Handel, wo man, in Ermangelung von anderem Brenn-material, getrockneten Kameelmist verbrennt, dessen Stickstoff -und Kochsalzgehalt hierbei zur Bildung von ChlorammoniumGelegenheit giebt, welches sich mit dem _Russ in den Rauch-fängen absetzt und dann durch einfache chemische Processe ge-reinigt wird.

Schöne Salmiakkrystalle finden sich häufig auf erstarrtenLaven; man glaubte früher, das dieser Salmiak mit den Lava-massen dem Innern der Erde entspringe, in diesen ursprünglichenthalten sei und heraussublimire. Bunsen hat an IsländischenVorkommnissen nachgewiesen, dass nur da Salmiakkrystalle siehfinden, wo die Lava bewachsenen Boden überfluthet hat, und wodie durch die Hitze zerstörten Vegetabilien ihren Stickstoff alsAmmoniak ausgeben. Dieses, hier-durch trockne Destillation der