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1 (1884) Anorganische Chemie
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Borsäure.

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sichtigen, sechsseitigen Tafeln einer Legirung von Aluminium undBor, die sich durch Ahschlämmen leicht entfernen lassen, intheils dunkelbraunen durchscheinenden, theils helleren hyacinth-farbenen Krystallen zurück.

Ein anderes krystallisirtes Bor, durch grosse Härte ausge-zeichnet, gewinnt man durch starkes Erhitzen von wasserfreierBorsäure mit Aluminium in einem Kohlentiegel, unter Beobach-tung der angegebenen Vorsichtsmaassregeln, welche bezwecken,den Sauerstoff der Luft thunlichst abzuhalten. Doch sind diese,an Glanz und Härte dem Diamant nahe kommenden Krystallenicht reines Bor, sie enthalten bis zu 4 Procent Kohlenstoff und6'7 Procent Aluminium.

Praktische Verwendungen des Bors sind noch nicht gemacht.Eine Verbindung desselben mit Wasserstoff ist nicht bekannt.Ueberhaupt kennen wir nur wenige Verbindungen des Bors. Indiesen fungirt das Bor stets als dreiwerthiges Element. Die bei"Weitem wichtigste Verbindung ist die

Borsäure.

Zusammensetzung des Anhydrids: B 2 0 3 ; des Borsäure-hydrats: B0 3 H 3 . Die Borsäure, wie kurzweg das Borsäure-hydrat genannt wird, krystallisirt in farblosen, glänzenden, fettiganzufühlenden Blättchen von schwach saurem GeSbhmack, ist in"Wasser, besonders in heissem, auch in Alkohol löslich. Ein TheilBorsäure erfordert zur Lösung nur 3 Thle. "Wasser von 100°, aber25 Thle. von 19°. Aus der heiss gesättigten wässrigen Lösungkrystallisirt daher beim Erkalten der bei Weitem grösste Theilder Borsäure aus.

Dfc wässrige Lösung der Borsäure reagirt schwach sauer,färbt aber zugleich auch den gelben Curcumafarbstoff nach demTrocknen braun.

Obgleich das Borsäureanhydrid sehr feuerbeständig, und erstin hoher Temperatur etwas flüchtig ist, verflüchtigt sich dasBorsäurehydrat schon durch Kochen der wässrigen Lösung mitden Wasserdämpfen in nicht unbeträchtlicher Menge. Auch beim