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1 (1884) Anorganische Chemie
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292
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292 Verbindungen des Arsens mit den haloiden.

trockenen Gemisches äquivalenter Mengen von arseniger. Säure undChlornatrium mit überschüssiger Schwefelsäure, in einer mit Vor-lage verbundenen tubulirten Retorte:

As 2 0 3 + 6NaCl + 6S0 2 jj^ = 2 AsCl 3 + 6 S0 2 °^ a + 3H 2 0.

Das gebildete Dreifach - Chlorarsen destillirt über, und sauresschwefelsaures Natron bleibt in der Retorte. Das gleichzeitig ent-stehende Wasser bleibt ebenfalls, in chemischer Verbindung mitder überschüssigen Schwefelsäure, zurück.

Die einfachste und zweckmässigste Darstellungsmethode be-steht darin, dass man fein gepulvertes Arsen (1 Thl.) mit Queck-silberchlorid (IOY2 Thle.) trocken innig mischt, und in einer Re-torte destillirt. Das Quecksilberchlorid giebt dabei die Hälfteseines Chlors an das Arsen ab und wird zu Quecksilberchlorürreducirt:

6HgCl 2 + As 2 = 2 AsCl 3 + 3Hg 2 Cl 2 .

Das Destillat wird durch Rectification gereinigt; es besitzthäufig eine violette Farbe.

Dreifach-Bromarsen: AsBr 3 . Diese Verbindung entstehtgleichfalls durch unmittelbare Vereinigung ihrer Bestandtheile,am Besten auf die Weise, dass man Brom in ganz entwässertemSchwefelkohlenstoff löst und in diese Lösung fein gepulvertesArsen einträgt. Bei langsamer Verdunstung der vom überschüssi-gen Arsen abgegossenen klaren Lösung in einem trockenen Luft-strome krystallisirt das Dreifach-Bromarsen aus. Es ist an derLuft zerfliesslich, und wird durch Wasser in arsenige Säure undBromwasserstoff zersetzt.

Dreifach-Jodarsen: AsJ 3 . Wird auf ähnliche Weise wiedas Dreifach-Bromarsen durch Zusammenbringen von Jod und Arsenin Schwefelkohlenstoff gewonnen, krystallisirt durch Verdunstendes Lösungsmittels in glänzenden rothen Tafeln. Die Verbindungist in Alkohol löslich und lässt sich daraus umkrystallisiren.Auch von kaltem Wasser wird sie gelöst, ohne sonst verändert zuwerden; durch Erwärmen damit entsteht arsenige Säure und Jod-wasserstoff. Das Jodarsen findet Anwendung in der Medicinals Arzneimittel gegen Krebs.