Arsenige säure.
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krystallinische Modification von porcellanähnlichern Ansehen um-zuwandeln. Stücke der glasigen arsenigen Säure, welche langegelegen haben, zeigen, wenn man sie zerschlägt, oft nur in derMitte noch, einen Kern von glasiger Beschaffenheit; alles Andereist in die porcellanartige Modification verwandelt.
Die porcellanartige krystallinische arsenige Säure hat einetwas geringeres specifisches Gewicht (3'7) als die glasige amorpheModification, und ist in Wasser schwerer löslich, als letztere;ein Theil der ersteren bedarf 355 Gewichtstheile Wasser von ge-wöhnlicher Lufttemperatur zur Lösung, ein Theil der amorphenModification nur 108 Theile Wasser. Siedendes Wasser nimmtmehr davon auf. Aus heiss gesättigter wässriger Lösung setztsich die arsenige Säure beim Erkalten in regulären Octaedern ab,wobei im Dunkeln eine Lichterscheinung wahrgenommen wird,wenn die Lösung aus amorpher arseniger Säure bereitet war. Diewässrige Lösung röthet Lackmus nur schwach.
Es ist beachtenswerth, dass die arsenige Säure, ungeachtetWasser verhältnissmässig nur wenig davon löst, doch so überausgiftig, und weit giftiger ist, als die bedeutend leichter löslicheArsensäure.
In viel grösserer Menge als vom Wasser, wird die arsenigeSäure von Salzsäure aufgelöst. Von Salpetersäure wird sie unterBildung von Untersalpetersäure zu Arsensäure oxydirt.
Die arsenige Säure sublimirt beim Erhitzen, ohne zu schmel-zen , und setzt sich an der kälteren Gefässwand in demantglän-zenden, durchsichtigen Octaedern ab. Sie ist dimorph, und trittzuweilen in Krystallen des rhombischen Systems auf.
Die Dampfdichte der arsenigen Säure ist gleich 13'8 gefunden.Dieses speeifische Gewicht kommt einer Verbindung zu, welcheim Molecül 4 Atome Arsen mit 6 Atomen Sauerstoff verbundenenthält, also einer arsenigen Säure von noch einmal so hohemMoleculargewicht, als wir derselben beilegen. Wie das Schwefelgasbei Temperaturen, welche die Siedetemperatur desselben weitübersteigen, eine dreimal geringere Dampfdichte zeigt, als beieiner Temperatur, welche etwa nur 100° höher liegt, als seineSiedetemperatur, so wird sich wahrscheinlich auch die Dampf-dichte der arsenigen Säure, wenn man sie bei möglichst hoherTemperatur bestimmt, um die Hälfte kleiner, also gleich 6'9, er-weisen, als sie bislang gefunden worden ist.
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