268 Verbindungen des phosphoes mit schwefel.
in Kältemischung gestellt wird. Er schmilzt bei 55°, zersetzt sichleicht mit Wasser in Jodwasserstoff und phosphorige Säure, giehtdurch Erhitzen auf seine Siedetemperatur Jod aus.
Zweifach-Jodphosphor: PJ 2 . — Kann ausser auf dievorhin angegebene Weise leicht auch dadurch bereitet werden,dass man in einem mit Kohlensäure gefüllten Gefässe Jod undPhosphor in den berechneten Gewichtsmengen zusammenbringt.Durch blosse Berührung vereinigen sich beide unter lebhafterReaction zu einer dunklen Flüssigkeit, die, nachdem vollständigeVereinigung durch Erhitzen erzielt ist, beim Erkalten krystallinischerstarrt. Durch Auflösen in heissem Schwefelkohlenstoff und Er-kalten erhält man den Zweifach-Jodphosphor in hell orangerothenBlättchen oder Prismen. Er schmilzt bei 110° zu einer hellrothenFlüssigkeit, wird durch Wasser in Jodwasserstoffsäure, phosphorigeSäure und gelben Phosphor zersetzt:
3PJ ä + 6H 2 0 == 2(HP00 2 H 2 ) + 6HJ + P.
Verbindungen des Phosphors mit Schwefel.
Schwefel und Phosphor vereinigen sich in mehreren Verhält-nissen. Sie haben sehr grosse Verwandtschaft zu einander. BeimErhitzen der Mischung erfolgt bedeutende Wärmeentwickelung, sodass man sie nur in ganz kleinen Mengen zusammenschmelzendarf, wenn man sich nicht der Gefahr heftiger Explosionen aus-setzen will.
Indessen besitzen wir in dem indifferenten rothen amorphenPhosphor ein Mittel, um leicht und gefahrlos grössere MengenSchwefelphosphor darzustellen. Man erhitzt ein inniges Gemischvon rothem Phosphor mit gepulvertem Schwefel in einem damitziemlich gefüllten, bedeckten hessischen Tiegel, erst gelinde und,wenn die Reaction erfolgt ist, stärker. Beide Elemente vereinigensich in dem Augenblicke, wo der rothe Phosphor in den gewöhn-lichen Phosphor übergeht, zwar auch unter starker Wärme-entwickelung, aber ohne Explosion. Bei Anwendung von über-