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1 (1884) Anorganische Chemie
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ÄTMOSPHÄBISCHE LUFT.

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Sauerstoff-Mischungen verursachte Lichterscheinungen, in solchenHöhen der Sonnenatmosphäre, wo niedrigere Hitzgrade herrschen,als auf dem festen Sonnenkörper selbst, und wo in Folge dessendie Affinitäten des Wasserstoffs und Sauerstoffs thätig werden.

Unermesslich gross ist die Masse von Kohlensäure, welche,hauptsächlich an Kalk gebunden, an der Constituirung der festenErdrinde wesentlichen Antheil hat. Aber nicht immer hat dieseKohlensäure, deren Verbindungen unsere von dichtem Kalkstein,Muschelkalk, Kreide, Dolomit u. a. gebildeten Gebirge zusammen-setzen, dem festen Theile des Erdkörpers angehört. Da Kohlen-säure und Kalk schon bei schwacher Glühhitze keine chemischeVerwandschaft zu einander haben, was daraus hervorgeht, dassder kohlensaure Kalk durch Glühen seine Kohlensäure verliert, soist anzunehmen, dass die gegenwärtig in unsern Gebirgsmassenabgelagerte Kohlensäure zu der Zeit, wo die Erdrinde noch höhereHitzgrade besass, zugleich mit "Wassergas einen Hauptbestandteilder atmosphärischen Luft ausmachte.Welch' enormer Druck inFolge dessen auf unserem Erdkörper damals gelastet hat, be-weisen die Einschlüsse flüssiger, wahrscheinlich wässriger, Kohlen-säure in vielen Krystallen. Als die Abkühlung der Erdrindezunahm, entstanden aus dem darauf vorhandenen Aetzkalkund der atmosphärischen Kohlensäure, unter Mitwirkung desWasserdampfs, nach und nach die Kalkflötze. Die Luft wurdeärmer und ärmer an Kohlensäure, und als später auf der immermehr erkaltenden Erde sich eine üppige Vegetation entwickelte,übernahm es diese, den noch übrigen Kohlensäuregehalt der Luftso zu verringern, dass dieselbe zur Respiration der Menschen undThiere tauglich wurde; ist ja die Kohlensäure zum Leben der Pflanzeeben so nothwendig, wie der Sauerstoff zum Leben des Thieres.

Ein beredtes Zeugniss von dem damaligen Reichthume derLuft an Kohlensäure, und der dadurch ermöglichten überreichenVegetation, geben uns die Stein- und Braunkohlenlager, welcheunter der Erddecke begraben liegen, und womit, nach vorausge-gangener Ablagerung des grössten Theils der Kohlensäure in denKalkformationen, ein zweiter, ebenfalls nicht geringer Theil dereinstigen atmosphärischen Kohlensäure dem Haushalte der Naturentzogen wurde, bis Menschenhände und Menschengeist zu heutigerZeit sie wieder ans Tageslicht bringen, und durch chemische Pro-cesse der Atmosphäre zurückgeben.