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1 (1884) Anorganische Chemie
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Stickoxydul.

Diese Darstellungsmethode liefert schnell grosse Mengenreines Stickoxydul, wenn man Sorge trägt, dass das verwendetesalpetersaure Amnion kein Chlorammonium beigemengt enthält,in welchem Falle das Gas mit chlorhaltigen Produkten verunrei-nigt wird.

Stickoxydul entsteht aus Salpetersäure auch durch Auflösen vonZink und von einigen anderen Metallen, jedoch nicht rein, dennbei diesem Reductionsprocesse bildet sich zugleich immer mehroder weniger Stickoxydgas.

Die bemerkenswertheste chemische Eigenschaft des Stick-oxyduls ist die, dass es die Verbrennung brennbarer Körper, ähn-lich dem Sauerstoff, mit lebhafter Wärme- und Licht-Entwicklungunterhält, viel leichter als das sauerstoffreichere Stickoxydgas,woraus zu schliessen ist, dass darin der Sauerstoff und Stickstoffviel loser gebunden sind, als in letzterem, weshalb es auch beimHindurchleiten durch eine glühende Röhre leicht in seine beiden Be-standtheile zerfällt.

Ein glimmender Holzspan entflammt im Stickoxydul fasteben so leicht, wie im Sauerstoff, auch Phosphor verbrennt darinmit grossem Glänze, ferner Kohle, auch Schwefel, wenn er zuvorso stark erhitzt war, dass er mit lebhafter Flamme brennt.Schwach brennender Schwefel verlöscht im Stickoxydulgas, weildie von einer kleinen Schwefelflamme entbundene Wärmenicht hinreicht, das Stickoxydul in seine Bestandtheile zu zerle-gen. Dass das Stickoxydul, obgleich eine chemische Verbindungvon Stickstoff und Sauerstoff, die Verbrennung brennbarer Körperbedeutend besser unterhält, als das mechanische Gemenge derselben,welches die atmosphärische Luft ausmacht, erklärt sich daraus,dass letztere an Sauerstoff kaum mehr als 20, das Stickoxydulgasaber 50 Volumprocente enthält.

Das Stickoxydul ist ein chemisch indifferenter Körper, undgeht mit keiner Substanz eine Verbindung ein. Physiologischinteressant ist seine Eigenschaft, beim Einathmen zu berauschen,in kleineren Gaben angenehme Empfindungen hervorzubringen,daher der Name Lustgas, Lachgas. Längere Zeit mit atmo-sphärischer Luft eingeathmet, bewirkt es, gleich dem Chloroform,vorübergehend Bewusstlosigkeit und Gefühllosigkeit, ohne dieunangenehmen Nachwirkungen des Chloroforms zu haben, wes-