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1 (1884) Anorganische Chemie
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POLYTHIONSÄUREN.

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Unterschwefelsäure, die erste durch ein Atom, die zweite durchein Doppelatom, und die dritte durch ein Tripelatom Schwefelcopuhrt enthalten, was folgende Formeln ausdrücken:

(SO, OH

Trithionsäure .

TetrathionsäurePentathionsäure

S 8 0 6 H a =SS 4 0 6 H 2 = S 2

S-, 0,;H 2 = S 3

S0 3 0HS0 2 OHS0 2 OH

S(

s<

i 0,0111,,,!0 2 OHj -

Diese Betrachtungsweise involvirt die Vorstellung, dass dasDoppelatom wie das Tripelatom Schwefel als zweiwerthige Radi-cale, dem einfachen Schwefelatom gleich, fungiren können.

(S0 2 0H

Trithionsäure:

S

Ihr Kalisalz ent-

SgOgH,,- ^ S0 .; OH

steht durch Einleiten von schwefliger Säure in eine Lösungvon thioschwefelsaurem Kali unter Abscheidung von Schwefel:

2S(>i SK + 3SO ' 2 = 2S <>°« K -;

+ S. Die durch Kieselfluor-

wasserstoffsäure aus dem Kalisalz abgeschiedene freie Säure istsehr unbeständig und zerfällt leicht in Schwefel, schweflige Säureund Schwefelsäure.

Tetrathionsäure: S 8 0 6 H 2

«, (SO.,011ö ' 2 |S0 2 OH'

Man gewinnt

das Natronsalz durch Eintragen von Jod in eine wässrige Lösungvon thioschwefelsaurem Natron:

2 SO,

ONaSNa

I T O (SO-, ONa , ,, XT T

+ J ^ = S *(sO;ONa + 2NaJ -

Auf gleiche Weise lässt sich leicht auch das ISarytsalz gewinnen.Die aus der wässrigen Lösung desselben durch Schwefelsäure freigemachte Tetrathionsäure zersetzt sich bei einer gewissen Concen-tration in Schwefel, schweflige Säure und Schwefelsäure. Die Salzedesselben sind meist in Wasser löslich, sie zerfallen beim Ein-dampfen ihrer Lösungen leicht in Schwefel und trithionsäure Salze.

Pentathionsäure: S-, 0 ( -, H 2

<, fSO,OH, v ,;i lS0 2 0H w -

Beim Ein-

leiten von Schwefelwasserstoff in eine wässrige Lösung vonschwefliger Säure scheidet sich Schwefel ab und in Lösung befindet