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1 (1884) Anorganische Chemie
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192
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192 NlTEOSULFONSÄUBE. — DlSCHWEFELSÄÜEE.

Nitrosulfonsäure.

Zusammensetzung:

S0 2

N0 2OH

Diese Verbindung,

welche als Schwefelsäurehydrat aufgefasst werden kann, worin1 Atom Hydroxyl durch Untersalpetersäure vertreten ist, scheidetsich in sehr wenig beständigen farblosen Krystallen ab, wenn Un-tersalpetersäure in concentrirte Schwefelsäure, oder wenn schwefligeSäure in kalt gehaltene rauchende Salpetersäure geleitet wird:

SO2 -f- NO, 011 = SO, ( -.tt' 2 , gleichfalls wenn schweflige Säure mit

Stickoxyd und Sauerstoff bei Gegenwart von wenig Wasser zu-sammentreffen. Letztere Bedingung erfüllt sr8h in den Bleikammernder SchwefelsäurefabrikeD, wenn nicht genug Wasserdampf in die-selben gelangt. — Daher der Name: „Bleikam merkrystalle".Ihr Auftreten ist ein Beweis von ungeregelter Fabrikation.

Die Nitrosulfonsäure wird von Schwefelsäure gelöst, erleidet ingelinder Wärme Zersetzung; auch in Berührung mit Wasser wirdsie zerlegt: in Schwefelsäure und salpetrige Säure, welche letzteredann mit dem Wasser Stickoxyd und Salpetersäure liefert. Diein Schwefelsäure gelöste Nitrosulfonsäure bedarf einer grösserenMenge von Wasser zur Zersetzung, als die Verbindung für sich.

Die Zusammensetzung dieser Verbindung lässt noch eine andereDeutung zu, welche grosse Wahrscheinlichkeit für sich hat, nämlichdie Vorstellung, dass sie Nitrosylschwefelsäure sei, was die Formel:

(80,)

0(N0)OH

ausdrückt, d.i. Schwefelsäure, deren eines Wasserstoff-

atom durch Nitrosyl ersetzt ist.

Dischwefelsäure.

Syn. Pyroschwefelsäure.

SO, OH

Zusammensetzung: S2II2O7 = 0 |„q 2 ( -

Letztere Formel ist der symbolische Ausdruck für die Vorstel-lung, dass die Dischwefelsäure in ihrem Molecül zweimal das zwei-