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Schwefel.
lere Farbe an. Bei 200° hat man ein dunkelbraunes, zähes undso dickflüssiges Liquidum, dass man das Gefäss umkehren kann,ohne dass etwas ausfliesst. Bei fortgesetztem stärkeren Erhitzenvon 200° bis 400° wird die geschmolzene Masse, ohne ihre Farbeerheblich zu ändern, wieder dünnflüssiger, und beginnt bei unge-fähr* 440° zu sieden und zu destilliren. Das hierbei das Koch-gefäss erfüllende Schwefelgas hat eine braunrothe Farbe, ähnlichdem Bromgas.
Der auf die Temperatur von 200° gebrachte Schwefel hat über-haupt andere Eigenschaften, als der normale bei 111° geschmolzene,dünnflüssige Schwefel. Lässt man letztern sich abkühlen, etwadurch Eingiessen in kaltes "Wasser, so resultirt der anfänglichgelbe, spröde, in Schwefelkohlenstoff lösliche Schwefel. Giesst mandagegen den 200° heissen, dickflüssigen braunen Schwefel in kaltesWasser, so erhält man eine braune, zähe, elastische Masse, welchesich in lange Fäden ziehen lässt, und welche erst nach längererZeit in festen, spröden Schwefel übergeht. Diese elastische, zäheModification des Schwefels wird, auch nachdem sie erstarrt ist, imGegensatz zu dem normalen Schwefel nicht von Schwefelkohlen-stoff gelöst. Erst nach längerer Zeit, oder nach dem Erhitzen auf111° ^nd langsamem Erkalten gewinnt jener Schwefel seine Lös-lichkeit in Schwefelkohlenstoff wieder.
Der Schwefel ist dimorph, d. h. er krystallisirt in zwei ver-schiedenen Formen. Die durchsichtigen gelben Octaeder, in denenFig. 24. er in der Natur krystallisirt vor-
kommt, gehören dem rhombischenSystem an. Die nebenstehendenFiguren 24 stellen solche Rhomben-octaeder des natürlich vorkommen-den Schwefels dar; die eine Form aist einfach, die andere b mit zahl-reichen secundären Flächen ver-sehen. — Genau dieselben Formen besitzt der auf sogenanntemnassem Wege künstlich, z. B. aus Schwefelkohlenstoff, krystalli-sirte Sehwefel.
Schöne grosse und regelmässig ausgebildete rhombische Kry-stalle gewinnt man, wenn man Stücke von Schwefel in einer star-ken Glasröhre mit Schwefelkohlenstoff übergiesst, die nachheroben zugeschmolzene Röhre im "Wasser- oder Oelbade einigo