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1 (1884) Anorganische Chemie
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JODSÄUEB.

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röhre von den Krystallen des Phosphoniumjodids so viel sieh an-sammelt, dass die Röhre, wenn sie nicht hinreichend weit ist,dadurch verstopft wird.

Die wässrige Jodwasserstoffsäure ist eine farblose, stark sauerreagirendo und sauer riechende Flüssigkeit, welche, wenn sie in derKälte mit Jodwasserstoff gesättigt ist, stark raucht. In lufthalti-gen Gefässen aufbewahrt, zumal am Lichte, färbt sich die wässrigeJodwasserstoffsäure bald gelb bis braun, durch in Folge der Oxy-dation des Wasserstoffs frei gewordenes Jod. Mit wie geringenAffinitäten das Jod und der Wasserstoff in dem Jodwasserstoff ver-bunden sind, ist daraus ersichtlich, dass, wenn man einen in einerGasflamme stark erhitzten Glasstab in einen mit Jodwasserstoff-gas gefüllten Cylinder eintaucht, der Cylinder sich mit violettenDumpfen von Jod erfüllt. War der Glasstab glühend, so siehtm ji 11 häufig das frei gewordene heisse Wasserstoffgas beim Aus-tritt in die Luft entflammen.

Chlor und Brom zersetzen die Jodwasserstoffsäure sehr leicht.Stürzt man über einen offenen Cylinder mit Jodwasserstoff eineneben solchen mit Chlor, und kehrt beide rasch so um, dass dermit dem schwereren Jodwasserstoff oben zu stehen kommt, so er-folgt unter Wärmeentwicklung sofort reichliche Abscheidung vonJod unter Bildung von Chlorwasserstoffsäure. Ist Chlor im Ueber-schuss vorhanden, so verschwindet alsbald wieder das Jod, undes entsteht Chlorjod.

Jodsäuren.

Von den Sauerstoffverbindungen des Jods sind nur zwei gutgekannt, die Jodsäure und die Ueberjodsäure, welche der Chlor-säure und Ueberchlorsäure correspondiren.

Die Jodsäure: (J0 2 ) OH zeichnet sich vor der leicht zer-setzbaren Chlorsäure durch auffallende Beständigkeit aus. Sie istfest, und krystallisirt in sechsseitigen Tafeln von saurem herbem

Kolbe, anorganische Chemie. 10