Chloe.
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Das Chlor ist nicht wie der Wasserstoff im gewöhnlichen Sinnedes Wortes brennbar, d. h., an der Luft stark erhitzt, brennt esnicht, wohl aber brennt es in einer Atmosphäre von Wasserstoff,und umgekehrt brennt Wasserstoff in einer solchen von Chlorgas,mit weisser, fahler Flamme unter Erzeugung von Chlorwasserstoff.Wir folgern daraus, dass das freie Chlor keine Verwandtschaftzum Sauerstoff, aber Affinität zum Wasserstoff hat. Gleichfalls ver-mag es die Verbrennung einer glühenden Kohle, eines flammendenHolzspans oder einer Wachskerze nicht zu unterhalten. Diese ver-löschen im Chlorgas, weil Chlor und Kohle keine chemische Ver-wandtschaft zu einander besitzen.
Zur Darstellung des Chlors bedient man sich allgemeinund am Zweckmässigsten der Wasserstoffverbindung desselben,der Chlorwasserstoffsäure, welche unter dem Namen Salzsäure inden Handel kommt. Um aus dieser Verbindung das Chlor freizu machen, hat man nur nöthig, den Wasserstoff chemisch zubinden und ihn in eine andere nicht gasige Verbindung über-zuführen. Es liegt nahe, dazu die grosse Verwandtschaft desWasserstoffs zum Sauerstoff zu Hülfe zu nehmen, und einen che-mischen Process im Sinne folgender Formel einzuleiten:
2 II Cl + 0 = Cl ä f H, 0.
In der That gewinnt man reichliche Mengen Chlor, wenn manChlorwasserstoffsäuregas, mit atmosphärischer Luft gemengt, überglühende Ziegelsteine leitet. Natürlich bleibt das nach diesemVerfahren dargestellte Chlor mit grossen Mengen Stickgas aus deratmosphärischen Luft gemengt; deshalb kann dieser Processkeine Anwendung finden, wo es sich darum handelt, reines Chlor-gas darzustellen.
Man verwendet besser Verbindungen des Sauerstoffs, undzwar solche, welche diesen lose gebunden enthalten. Am besteneignen sich dazu die Superoxyde. Die meisten Metalloxydesetzen sich mit Chlorwasserstoffsäure in der Weise um, dassdie den Oxyden correspondirenden Chloride und Waoser ent-stehen; z. B.
MnO + 2HCl a= MnCl, + H.,0.
Hangan-oxydul
Mangan-chlorür