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1 (1884) Anorganische Chemie
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Ozon.

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rungen von den Eigenschaften des Ozons beziehen sich deshalbauf Gemenge desselben mit Sauerstoff.

Es ist ein farbloses Gas, wie schon erwähnt, von intensivemGeruch, löslich in Wasser, welches davon den Geruch annimmt,reizt, eingeathmet, zum Husten und greift wie Chlor die Respi-rationswerkzeuge an. Dasselbe wird durch Druck leichter zu einerFlüssigkeit verdichtet, als der Sauerstoff. Es erscheint, wennman durch eine etwa 1 m dicke Schicht hindurchsieht, himmelblau,bei gleichzeitigem Druck von mehreren Atmosphären, indigblau.

Das Ozon findet sich in der atmosphärischen Luft, obwohl inKehr geringen Mengen. Es bildet sich aus dem Sauerstoff derLuft da, wo Wasser rasch verdunstet, besonders in der Nähe desMeeres, auch in den Gradirwerken. Ferner haben verschiedeneorganische Verbindungen, wie Terpentinöl und Bittermandelöl, dieFähigkeit, unter Mitwirkung des Lichtes den Sauerstoff der Luftzu ozonisiren, d. h. in Ozon zu verwandeln, dieses aufzunehmen,ohne sich sogleich chemisch damit zu verbinden, und hernach aufandere oxydirbare Körper zu übertragen.

Die partielle Umwandlung des Sauerstoffs in Ozon kann dadurchbewerkstelligt werden, dass man durch jenes Gas elektrische Funkenschlagen oder dass man Phosphor, in einem geräumigen Gefässe mitWasser halb bedeckt, sich zu phosphoriger Säure langsam oxydirenlässt. Im letzten Falle tritt das in dem Gefässe sich ansammelndeOzon bald mit der phosphorigen Säure in chemische Verbindung.

Die beste Methode, Ozon in verhältnissmässig reichlicherMenge zu gewinnen, ist die, dass man die elektrische Entladungeines kräftigen Inductionsap parates ohne Funkenbildung durch inlangsamem'Strome sich bewegenden Sauerstoff oder atmosphärischeLuft hindurchgehen lässt. Bei dieser stillen Entladung der elek-trischen Ströme durch den Sauerstoff hindurch werden von diesemin ch rere Procente in Ozon umgewandelt, eine sehr bemerkenswert heErfahrung, welche die Frage anregt, ob nicht auch andere Gaseunter gleichen Bedingungen eine analoge Veränderung erleiden.

Umstellende Abbildung (Fig. 18) zeigt einen solchen, voneinem geschickten Glasbläser leicht anzufertigenden Apparat, welchersehr reichliche Mengen Ozon liefert. In dem Glascylinder AA,welcher oben einen aus zwei Stücken bestehenden Holzdeckel trägt,steht, mitten durch letzteren hindurchgehend, ein 4 cm weites, untengeschlossenes Glasrohr, an welches unten seitlich eine gewöhnliche