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1 (1884) Anorganische Chemie
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Wasseb.

welche mit 7 Molecülen Wasser krystallisiren, ilir siebentes Wasser-molecül fest, nachdem die sechs anderen längst ausgetrieben wind.

Dieses letzte Molecül Wasser ist nicht eigentlich Krystall-wasser. Man hat es, als zur Constitution der betreffenden Salzegehörend, Constitutionswasser genannt, auch als Haihydratwasserunterschieden, deshalb, weil es durch Salze vertreten werden kann.Der Zinkvitriol krystallisirt mit 7 Mol. Wasser = (S0 2 ) 0 2 Zu-j~ 7 H 2 0. Das Doppelsalz von schwefelsaurem Zink und schwe-felsaurem Kali, welches aus einer wässrigen Lösung des Gemengesjener Salze auskrystallisirt, enthält nicht mehr sieben, sondernnur sechs Molecüle Wasser (wirkliches Krystallwasser): (S0 2 ) OjZn+ (S0 2 ) 0 2 K 2 + 6H 2 0. Das siebente Wassermolecül im Zink-vitriol , das Haihydratwasser, ist hier durch schwefelsaures Kalisubstituirt.

Wenn wir wasserfreie Schwefelsäure oder Calciumoxyd mitWasser zusammenbringen, so vereinigen sie sich damit unterstarker Wärmeentwickelung zu Verbindungen, aus denen sich dasWasser durch Erhitzen entweder gar nicht oder schwierig wiederentfernen lässt. Wird das Produkt der Vereinigung von wasser-freier Schwefelsäure mit Wasser, welches die Zusammensetzung:S0 3 -|- H 2 0 hat, bis auf 340°, also weit über die Siedetemperaturdes Wassers, erhitzt, so geht daraus nicht Wasser fort, sonderndie ganze Verbindung destillirt über. Leicht können wir aberschon bei gewöhnlicher Temperatur, Wasser daraus wieder ge-winnen, wenn wir ihr ein Metalloxyd hinzufügen. Ebenso wirdaus der Verbindung des Calciumoxyds mit Wasser letzteres inFreiheit gesetzt, wenn wir ihr eine Säure zuführen. Wir nennensolche Verbindungen Hydrate (auch Hydroxyde), und das be-treffende Wasser Hydratwasser.

In Wirklichkeit enthalten diese Hydrate nicht Wasser als

solches. Der durch Vereinigung von Calciumoxyd und Wasser

entstandene, sogenannte gelöschte Kalk ist nicht als Verbindung

von Calciumoxyd mit Wasser, und deshalb nicht nach der Formel

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Ca 0 . H 2 0 zusammengesetzt zu betrachten, sondern als ein Cal-

ciumsalz, welches, etwa dem salpetersauren Kalk vergleichbar, da,

wo letzterer zwei Atome des Salpetersäureradikals N0 2 führt,

zwei Atome Wasserstoff enthält: