V. Bekannte Verbreitung.
Der kleine Färber Nr. 1 itt die in Süddenttehland meitt nur einzeln, in Frankreich alier in grösserer Ausdehnung, besonders in denWeinbergen des vormaligen Orleanois und Gatinois, dann nach Jullien in kleinerer Zahl, und nur tür geringere rothe Weine in den Departementsdu haut Marne, du Cher und de la Gironde vorkommende Sorte der vorstehenden Ordnung. Da solche nach Chaptal S. 180 im Mittelpunkt undim Norden Frankreichs kaum ein anderes Verdienst hat, als anderen Weinen durch Beimischung ihres Sattes eine dunkelrothe Farbe zu geben; sowäre es zu bedauern, wenn dieselbe in den deutschen Weingärten eine grössere Verbreitung erhalten würde. Selbst in Spanien werden die Färber-tranben Nr. 1 und 2 nur in einigen südlichen Provinzen zur Bereitung rother Weine geptlanzt. Nach Elemente S. 273 ist insbesondere die l'iutilladiejenige Sorte, welche den berühmten Wein zu Nota unter der Benennung ^iutilla äe Kot» giebt; auch in den Malagawein kommt nach demselbenSchriktttcllcr davon ein Sechstel, wozu die Eigenthümer die Trauben aus den Weingärten zu Nota und Chipiona kanten. Die ^emprauilw (obenNr. 4) itt nach Elemente S. 236 zu togrono und peralta ihres schwarzen Sattes und der berühmten rothen Weine wegen, die sie erzeugt, sehrgeschätzt. Zn den übrigcn Weinpklanznngen Andalusiens und in andern minder südlich gelegenen spanischen Provinzen, deren Weingärten nur weitseTrauben liesern, sorgt jeder Eigenthümer dakür, einige Varietäten von tchwarzcn Trauben zu erhalten, um daraus einigen rothen Wein machenoder wenigstens damit tärbcn zu können, weil die rothen und gekärbten Weine in ganz Spanien den weitsen sowohl, als den goldfarbigen vorgezogenwerden. Für den gleichen Zweek itt der zwanzigste Theil der Weingärten zu Motril mit der unter Nr. 3 beschriebenen Sorte der Nome nsZioangebaut; die Sorte Nr. 4 spielt in Verbindung mit dem oben in der II. E!asse VI. Grd. Nr. 5 beschriebenen, späten Malvasier eine Hauptrollebei der Bereitung des sogenannten Marsalaweins in Sizilien, auch soll von dcm Namonat nach Chaptal S. 216 der Oportowein bereitet werden.Link, welcher in der Beschreibung seiner Neisen naeh Spanien, Portugal u. s. w. im II. Theil S. 105 s. eine interessante Darstellung des Wein-baues in Portugal giebt, erwähnt ohne weitere Bezeichnung nur eine rothe späte Frucht einer Nebe mit tiek eingeschnittcncn Blättern, welche amobern Duero zu Bereitung der Nothweine verwendet werde-, Henderson dagegen nennt unter der bedeutenden Zahl von Nebenvarietäten, welche imOittricte des obern Duero gepklauzt werden, den l'iuto eao und 8ou«ao, welehe einen starken und schweren Wein von gutem Geschmack gebensollen. Wahrscheinlich itt erstere dieselbe Nebe, welche naeh Ehaptal zur Bereitung des Oportoweins dient. Die Samarkandi Nr. 5 soll nachSprenger a. O. in der Gegend von Schiras in pcrsicn zur Wcinbereitung verwendet werden. Henderson S. 298 zählt solehe zu den ttins Sorten,welche daselbst mehr zu ordinären Weinen genommen werden, und bemerkt dabei, dass sie einen rothen, medocartigen Wein gcbe.
Q Geeignete Lage und Bodenbeschaffenheit.
Es wird nach dcm, was wir bereits gemeldet haben, kaum noch der Bemerkung bedürfen, dats die Färbertraube in den Gegenden Deutschelands, wohin sie sich aus den südlicheren Weinptlanzungen verbreitet hat, eine ansgezeichnet gute, südliche, geschützte tage und guten Bodenerfordert, wenn sie zu demjenigen Grade von Zeitignug gelangen soll, welcher erkorderlich itt, um dcm Weine die ihm eigenthümliche Hcrbe zu benehmen.
Die Bodenarten der Provinzen Spaniens, wo solche in grösserer Ausdehnung gebaut wird, werden wir unten, bei der VI. Ord. näher bezeichnen.
Das portugiesische Weinland des obern Duero beginnt nach Henderson S. 214 etwa 50 englische Meilen von der Seestadt Oporto undbietet zu beiden Seiten des Flnsses eine Hügelkette mit den ausgesuchtctten tagen einer lockern, verwitterten Bodenkrnme dar, die dem Weinbanungemein zusagt; der bette Wein wird jedoch dort gcbant, wo der Untergrund aus Schicker (I^ouss.) und die Oberkrume, wie der ^.xarliuia, ausdem verwitterten Gettein besteht, welches an manchcn Stellen mit Glimmer vermischt itt. Die steilen Abhänge am rechten User des Duero werdendurch steinerne Mauern terrassirt, die okt so schmal sind, dats je eine solche Mauer einer Neihe Neben kolgt.
v. Er^iehungsart.
Die Nebe des Färbers kann sowohl ant Zapten als Bögen getehnitten werden; dats solche selbtt an Spaliere sieh eignet, und an diese»,wenn gleich nicht kür dcn Gaumen, doch tür das Auge wegen seiner im Herlitt ganz roth gefärbten Blätter und vielen tchwarzblauen Trauben eineangenehme Abwechslung gewährt, dafür kpricht eine in dcn Vcrsnchsgarten der Centralktelle des landwirthkchaktlichen Vereins in Stuttgart an einerhohen Spalierwand gepflanzte Nebe von jener Sorte. Gute Bearbeitung des Bodens und reichliche Düngung tragen in nördlichen Weinptlanzungen,wie bei jeder tpätzeitigenden südlichen Nebsorte, zum besseren Gedeihen und Ansbildnng der Früchte des Färbers bei.
Hinsichtlich des Weinbaues in Portugal glauben wir unsere teser ant die vollttändige Abhandlung in dcn tchon angetührten Schritten:Links Neisen nach Spanien, Portugal :c., aut Henderson S. 214 f., sowie aut den Autsat) in Dinglers potiitechnitchcm Zournal Jahrgang 1831S. 138—142 verweisen, und uns hier aut die Bemerkung betchränken zu dürten, dats dort neue Anlagen theils mit Blindreben, theils mit Fäehsernnur in einer Entternung von 2—2)6 Futs bettockt, die älteren ptlanznngen hingegen theils dnrch Ptroptcn der Neben in den Spalt, theils durchEinlegen der Fäehser oder alter Stöcke (Vergruben) ausgebessert und insbesondere im Dittriete des obern Duero die Neben niedrig an Stangenerzogen, übrigens von Weinbergbesitzern, die mehr aut die Qualität als (Quantität sehen, gar nicht oder selten gedüngt werden.
Sereitung des Weins und relative Vorzüge desselben.
Der Mott der Färbertraube erreichte zwar in Württemberg, in guter tage und in den ihm besonders günttigen Jahren 1825—1827 einmittleres tpeeititehes Gewicht von 80 Graden, welches grötser, als das von mehreren andern Sorten der VI. Classe itt. Gleichwohl empfiehlt ihnder ttets säuerliche, adttringirende und in keiner Beziehung angenehme Getchmack des Weins weder zur Anpflanzung als Weingartrebe in grötsererAusdehnung, noch zum Gebrauch tür die Färbung weitser Weine tür nördlichere Weinptlanzungen, wotern es anders nicht die Umttände gebieten,denselben als Surrogat kür minder gesunde, künttliehe Färbemittel zn benützen. Denn, da der Färber nur in sehr gut gelegenen Weinbergen zurvollen Neike kommt, so itt es doch gewits vortheilhatter, in diesen andere, edlere, tchwarze Sorten zu ptlanzen, welche mitteltt gehöriger teitung
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