Sadebaum.
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Destillation U Drachmen) herrührt. Der wässrige, stark nach den Blättern riechende und schmeckende Auf.guls ist gclbbiäunlich, und wird durch schwefelsaures Eisen dunkel olivengrün gefällt. Der geistige Aufgufswird dunkelgrün und schmeckt ebenfalls bitter und sch»rf. Eine genaue Analyse findet sich leider nicht.
Die Wirkungen des Sadcbaums gehen sowohl auf das Gefäfs- als auch auf das Nervensystem, jaganz speeifisch noch auf die Knochen. Da dabei entzündliche Erscheinungen vorlterrschen und nicht alleinim Magen, im Mastdarm und in den Nieren, sondern auch sogar äufserlich auf der Haut hervortreten, so hatOrfila, welcher selbst tödtliehe Wirkungen in Folge der Anwendung von 6 Drachmen gepulverter Blätterbei einem grofsen Hunde, dessen Darmkanal bei der Seclion deutliche Spuren von Entzündung und Ei-terung zeigte, sah, dies Gewächs zu den scharfen Giften gezählt. Man kann es auch ein treibendes Gift(abortivum) nennen, weil es durch seine reitzende, erhitzende Wirkung die Unterlcibsorgane, besonders dieNieren und die Gebärmutter, erregt und durch den vermehrten Orgasmus in letzterer ein Abtreiben desFötus*) bewirkt. Nicht allein in dieser Hinsicht ist dieses Gewächs höehst verderblich und beaehtenswerth,sondern auch dcfshalb, weil es, wenn jene Wirkung auch verfehlt wird, doch sehr gefährliche, andere Symp-tome erzeugt. So hat man Blutspeien, tödtliehe Blulflüsse, unzeitige Niederkunft und dergleichen nach demunzeiligen, oft absichtlichen Gebrauche entstehen sehen.
Anwendung wird von den verschiedenen Zubereitungen der Blätter (als Pulver zu 5 —10 Gr., alsAbkochung zu 2 — 4 Drachmen, als Extract und als Tinetur) als Arzneimitlei hei Menschen und Pferden nochheutiges Tages gemacht, und zwar innerlich als Pellcns bei Gebärmutter-Krankheiten, als harntreibendes Mit-tel bei Gicht und Wassersucht, und äufserlich bei chronischen Hautausschlägen (als Waschwasscr und Bad),bei Knochenfrafs, Geschwüren und Feigwarzen (als aufgestreuetes Pulver und in Form eines Waschmitlels).Alte Geschwüre und schwammige Auswüchse der Pferde vertreibt man zweckmäfsig durch aufgestreutes Sa-debaum - Pulver. Auch soll es bei Würmern der Pferde innerlich wirksam sein. — Leider wird aber nochöfter, namentlich von liederlichen Weibspersonen, Anwendung davon zu den verderblichsten und schändlich-sten Zwecken als abortivum gemacht, wie schon bei der Wirkung erwähnt wurde. Man hat daher über denAnbau des Strauches in öffentlichen Gärten, so wie über den öffentlichen Verkauf zu wachen, und müfslees sich angelegen sein lassen, das Volk öffentlich darüber zu belehren: dafs die Anwendung nur zu Sicch-thum und Tod führe, der dadurch beabsichtigte Zweck dagegen selten erreicht werde.Frische Zweige zwischen Pelzwerk gepackt sollen die Mollen abhalten.
Erklärung rlcr s i e b « n und vierzigsten Kupfertafel.
Ein blühender und zugleich fruchttragender Zweig des Sadcbaumes, in natürlicher Gröfse. 1. Ein blü-hendes Zweibein eines männlichen Baumes von Juniperus rirpniana, und 2. ein Kätzchen desselben mitdem oberen Tlieile des Äsicliens, besonders dargestellt, vergröfsert, so wie auch unter a — g einzelne Blumennebs) Befruchtungsslaub, von verschiedenen Seiten gesehen; — 3. (welche wieder, so wie die folgenden, zu,7. SaUriä gehört) ein Zweiglein eines $ Strauches, und 4. die Spitze eines Äslchens nebst Kätzchen voneinem blühenden weiblichen Strauche, vergröfsert. 5. Die oberen, die Q Blumen bergenden Hüllcnschüpp-chen, mehr von oben und 6, 7. dieselben, sammt den unteren Schüppchen mehr von der Seite gesehen, ver-gröfsert 8. Dieselben mit einer £ Bfai/ic der Länge nach durchschnitten, und 9. eine 5 Blume der Längenach durchschnitten, und 10. ungetrennt, so wie auch 11. schwächer vergröfsert. 12. Dieselbe quer durch-schnitten. 13, 14. Der obere Theil der Blumenhidle besonders dargestellt. 15. Eine Nu/s in natürlicherGröfse, und 16. vergröfsert. 17. Dieselbe der Länge nach durchschnitten. 18, 19. Verschiedene Embryonen,besonders dargestellt und stark vergröfsert. 20. Die Niifs der Quere nach durchschnitten. 21. Eine Zu-
*) Es ist allerdings öfters beobachtet worden, dafs Weibspersonen weder durch den Gebranch des ätherischen Oelenoch des Pulvers ihren schändlichen Zweck erreichten und dafs sie demungeachtet die Frucht vollkommen austrugen*(Christison Abhdl. über die Gifte, übers. Weimar 1831. 8. 631.); indessen bleiben doch andere nachteilige FoWn
nie aus.
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