Druckschrift 
1 (1834) Phanerogamen
Entstehung
Seite
155
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

S ump f - Wol fs mil cli.

155

trockene) dickere und dünnere rufsbraun, genarbt, und nur einer oder wenige grün, an der Basis röthlichund mit einigen braunen Scbuppcn besetzt. Acste unfruchtbar, abwärts siebend, blattachselständig nachdem Blühen höber als die Dolde. Blätter sitzend, zerstreut, abwechselnd, kahl, lanzettförmig oder läng-lich- lanzettförmig, stumpf, gelblich grün, auf der Unterseile etwas blasser, mit etwas knorpligem, rechlichemoder weifslichem, ganzem, nur bei den astständigen Blättern meist feingesägten Rande. Blumen in einergipfelständigen, zusammengesetzten Dolde, und unterhalb dieser auf einzelnen Blumenstielen oder AestchenDie allgemeine Dolde vielstrablig; die besondere drei- bis fünfstrahlig mit dreitbeiligen Strahlen, diese so-wohl, wie die besondere und allgemeine Dolde von Hüllblältchcn unterstützt. Die allgemeine Hülle vicl-blältcrig mit eirunden, ganzrandigen Blättchen; die besondere drei- oder auch zuweilen vicrblä.ttrig mitbreit-eirunden Blältchen; die strahlcnstündige zweiblättrig mit rundlich-eirunden Blüttchcn. Blume n-hülle (involucrum Roep.) einblättrig, bauchig, bleibend, von aufsen kahl, von innen behaart, achtspaltig,mit vier kleinen, einwärts-gekrümmten, eingeschnitten-gesägten, wimperigen (Kelch Linn., HayneV, undvier mit den vorigen abwechselnd stehenden, fast schildförmigen, dicken, abgestutzten (drüsenartigen) fast po-meranzengelben Zipfeln (Blumenblättern Linn., Hayne). Staubgefäfsc *) (fdam. centralia, colum-nariu, monanlhcra Rp.) zwölf bis zwanzig in einer Blumenhüllc (in den blofs männlichen auch wohl bis28!) bald gesondert (wie immer in dem Terminus der besondern Dolden, und meist auch in der Mitte derdreitheiligen Strahlen), bald mit dem Stempel zusammen in einer Hülle. Staubfäden fadenförmig, über demetwas aufgetriebenen Gelenk etwas zusammengezogen, kürzer als der fadenförmige, bleibende, oben etwasverdickte Theil (pediccllus pcrsistensR.p. pedieelli plurcs singuli cum füamcnto apice i-antherifero ar-ticulati Iuss.) auf dem sie bis zum Verblühen stehen, einer nach dem andern sich entwickelnd. Staub-holbehen gedoppelt, fast kugelrund, mit einer Längsspalte nach aussen hin aufspringend. An dem einen oderanderen Stielchen der Staubgefäfse an der Basis ein linienförmiger oder geschlitzter grünlich-gelber, zottig -weichhaariger, sehr zarter petaloidischer Anhang (bractea ciliaio-lacera Rp.; bractea Iuss.; Caliccs ßo~

rum disthiclorum Iuss.) etwa von der Länge des Stielchens (F. 13, 14.), etwa 1015 an der Zahl.__

Stempel (ßos foemineus Roep.) langgestielt, in der Mitte der Blume, entweder gesondert (in den ver-kümmerten Blumen), oder von vielen Staubgcfäfsen umgeben (F. 4.), vor dem Blühen aufrecht und inner-halb der Blumenhülle verborgen, später hervorragend und übergebogen, und endlich zur Reifezeit wieder auf-recht. Fruchtknoten von einer dreizähnigen, kleinen Scheibe (calyculus Rp) unterstützt (F. 17, 18.). drei-furchig, drüsig-gekörnt, grün. Griffel drei, breit und dick, kurz-fadenförmig, fast zweispaltig. Narbenstumpf, warzig, rundlich, zurückgebogen, bräunlich. Frucht**) eine rundliche, dreigehäusige (tricocc.)warzig-unebene Kapsel: die Samengehäuse zweiklappig, einfächerig, mit Schnellkraft aufspringend und vondem dreikantigen Samensäulchcn zuerst unten, dann auch oben sich trennend. Samcnsäulchen oben flachdreiseitig ausgebreitet, und mit einem jeden Arme in ein Gehäuse hineinreichend. Samen einzeln °rofsim Verhältnifs zur Frucht, achsenständig, hängend, rundlich-eiförmig, glatt, schwärzlich-braun, selten röthclnd,andern dem Samensäulchenarme befestigten Ende mit einer gewölbten fast nierenförmigen, kurz^estielten gelbli-chen Wulst (caruneula pileijormis Roep er) des Arillus (welcher sich als äusserst dünne Membran überdie ganze Testa zieht) versehen, unter welchem sich die Mikropyle (die Anheftungsstelle des Nabelstranges

*) An den Exemplaren welche seit zwei Jahren auf die Wiese eines Gartens verpflanzt waren, zeigten die Döld-chen meist alle 3 Blumen mit beiden Geschlechtern, abgebildet (Fig. 1.) dagegen waren an den wilden hiesiger Gesend(Neustadt Ew.) die beiden seitlichen Blumen verkümmert (Fig. la).

**) Die Gehäuse trennen sich zuerst unter sich und dann von dem Säulchen ; dann werdendie ein zelnen von der Spitzenach der Basis zu in 2 Hälften (Klappen) getrennt, und nachdem sie an der Basis einige Zeit noch schwach verbundenwaren, trennen sie sich plötzlich, elastisch auseinander springend, und reifsen die Samen vom Säulchen los. Pflanzen mitreifenden Früchten im Wasser in die Stube gestellt, sprengten die Samen mehrere Schritte weit fort.

22 *