Ranunculaceae.
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genossen, besonders von Schiffern, welche die von ihrem Standorte losgespülten Wurzeln im Wasser schwim-men sehen und sie für Sellerie hallen. Gmelin (a. a. O.) erzählt, dafs 8 Kinder im Monat März auf einerWiese die Wurzeln fanden und mehr oder weniger davon afsen. Ein 6- und ein 8-jähriger Knahe starbendarauf. Die Leichen schwollen sehr stark auf und aus dem Munde Hofs beständig ein häufiger grüner Schaum.Auch Mayer (Giftgew.) erzählt von Vergiftungen, die sich sowohl von erwachsenen, robusten Leuten, als anKindern ereigneten. So wurden sogar einmal in Berlin die Wurzeln mit von der Spree herangefahrenen Bauhöl-zern nach der Stadt verschleppt und von Kindern gefunden und gegessen. Ein warnendes Beispiel! Auchsei man in solchen Gegenden auf seiner Hut, wo sich die Gärten bis an das Wasser erstrecken und wo sichdaher leicht Schierlingswurzeln auf die Gartenbeete unter Pastinak, Sellerie, Möhren u. s. f. verirren können.Man achte besonders darauf, ob sich Fächer finden, wenn man die Wurzel nach der Länge zerschneidet. Vonälteren Erfahrungen über Vergiftungen, erinnern wir nur noch an die von Wepfer *), Schwenke a ), vonneuern Fällen nennen wir die bei Orfila '), Chevallier 4 ) und Allihn 5 ) aufgeführten. Pferde, Rinderund Schafe können ebenfalls mit Schierling vergiftet werden, lassen ihn daher auch gewöhnlich unberührt.Den Schweinen scheint er am wenigsten zu schaden.
Nutzen. Früher wurde die Wurzel, auch zuweilen das Kraut, häufig gegen Verhärtungen, Ge*schwülste, Krebs u. s. f., meist aber nur äufserlicb, gebraucht. Namentlich empfahl Linne ein Pflaster(Empl. Cicutae aquaticae) , welches auch in der Schwedischen Pharmakopoe vorgeschrieben wurde. InSibirien 6 ) wird die zerstofsene Wurzel äufscrlich gegen syphilitische Ausschläge und in Norwegen ') gegenGicht angewendet. Auch die Samen wurden als Harntreibendes Mittel benutzt 8 ).
Gegenmittel. Die Behandlung der Vergiftungsfälle ist dieselbe wie beim Schierling. Man mufssehr energisch und rasch handeln. Pflanzensäuren werden von vielen als besonders wirksam gepriesen, sindauch immer schnell zu haben.
Erklärung der neun und zwanzigsten Kupfertafel.
Die Wurzel mit dem untern Theile des Stengels, ein Wurzelblatt und ein Zweig des Wasserschier-lings von der mehr schmalblättrigen Form. — Fig. 1. Eine Zwitterblume, 2. eine weibliche Blume vergr. —3. Ein vergröfsertes Kronenblatt. — 4. Ein vergröfsertes Staubgefäfs von der Innen - und 5. von der Rück-oder Unterseite vergrößert. — 6. Ein aufgesprungenes Staubgefa/'s von der Seile gesehen (schwächer ver-gröfserl). — 7. Der stark vergröfserte Stempel mit den Griffeln. — 8. Derselbe der Länge nach durch-schnitten (vergr.). — 9. Eine Frucht in nat. Gr. und 10. vergr. — 11. Eine Achene von der Fugenseite(vergr.). — 12. Eine Achene der Länge nach, und 13. der Quere nach durchschnitten (sehr vergröfsert). —14. Der der Länge nach durchschnittene // wzchlock.
RANUNCULACEAE. Juss. und aller Schriftsteller.
H a h n e n f u f s ä h n 1 i c h e.
Geschlechtshülle unterständig, 1 weifs, doppelt, die äujsern 3—-6-blättrig. Staubgefäfse un-terweibig, frei, meist zahlreich. Früchte meist mehrere Caryopsen oder Capscln, seltener Beeren.Eiweifs sehr grofs. Embryo klein. Blätter an der Basis gescheidet. Meist Kräuter, Stauden oderHalbslräucher. Meist in gemäfsigten oder kältern Climaten. • Wirken durch scharfe oder narkotische Stoffe,{Anemonin, Ifelleborin, u. s. f.) oder durch beide zugleich.
') Cicutae aquaticae hist. et noxae. — a ) Vom großen Wasserschierling a. d. Schwed. Münster 1776. —
5 ) Traue Zme ed. T. IL p. 319. — 4 ) Sur les Cigucs indigenes Paris 1S21. — 5 ) Dresdner Zeitschr. für Katar
I. H. 1. S. 195. — 6 ) Gmel. ß. Sib. I. p. 202. — ?) Gunn. ß. Norweg. — «) Richter
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und Heilkunde BdArzneimittel. Bd. II. S. 818.
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