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Narcissüs Pseudonarcissus.
Eigenschaften. Die Kaiserkrone zeichnet sich sehr durch einen widrigen, betäubenden, Kopfweherregenden Geruch aus, den man schon in der Nähe eines mit ihr bepflanzten Beetes wahrnimmt und derganz besonders von der Wurzel ausgeht, und zwar schon wenn diese beim Ausgraben nur clwas berührtwird; auch ist der Geschmack derselben etwas scharf, brennend und betäubend.
Wirkung. Die Nerven scheinen mehr als die Verdauungs - Organe ergriffen zu werden, denn Or-fila 1 ) konnte bei einem (im Monat Juni) durch die zerstofsene Wurzel nach 36 — 48 — 60 Stunden ge-tödteten Hunden keine Spuren von Entzündung bemerken. Camercr ") sah auch bei einem Hunde, welcheri| Loth der Wurzel bekommen hatte, nach 1 Stunde erst Erbrechen und Zuckungen folgen, und nachdemer ihn lebendig geöffnet hatte, fand er den Magen zusammengeschnürt, die Häute desselben livide-röthlicb,und den Darmcanal etwas entzündet. Rhodius 1 ) berichtet, dafs ein Mensch, der mehrere Zwiebeln mitSalz und Oel gebraten gegessen hatte, bald von allen Zeichen einer Schierlings-Vcrgiflung befallen und kaumgerettet worden sei. Nach Gleditsch sollen das Satzmehl und die Zwiebel ohne Nachtheil genossen wer-den, aber der Saft soll sehr giftig wirken. *) Auf jeden Fall ist Vorsicht nöthig und der Anbau in Gärtenunter Aufsicht zu halten.
Airwen düng. Für die Medizin hat sie keinen Wertb, sondern sie dient unsern Gärten nur als Zicrblume.
Erklärung der 2len Kupfertafel.
Das blühende, ganze Gewächs am Stengel durchschnitten, etwas verkleinert. F. 1. Ein abgesondertesKronenblatt. 2. Der Fruchtknoten mit dem Griffel und 3 Staubgefäfsen, von der vordem Seite, etwas ver-gröfsert. 3. Der untere Theil eines Fruchtknotens, an dem die vordere Wand eines Faches entfernt ist, umdie beiden nebeneinanderliegendcn Reihen der Eichen zu sehen, von denen auf der rechten Seite mehrereweggenommen sind, und ihre Anlieftungsjiuiiktc zeigen. 4. Der Fruchtknoten querdurchschnitten, vergröfsert.5. Ein Eichen besonders dargestellt, vergröfsert. 6. Ein Quer-Durchschnitt des Griffels am oberen nwd7. am untern Theil. 8. Ein Staubgcfäfs besonders dargestellt, etwas vergröfsert. 9. Ein aufgesprungenesStaubgefäfs. 10. Der Staubbeutel, und 11. der Staubfaden einzeln dargestellt, um die Einfügung zu zeigen.12. Eine reife Kapsel auseinaudergezogen, um die Anheftung der Samen in allen Fächern zu zeigen. 13. Eineinzelner Same in natürlicher Gröfse, und 1-4. derselbe der Länge nach durchschnitten, um die Länge desEmbryo zu zeigen. 15. Derselbe querdorchschnitten, und 16. der Embryo besonders dargestellt und ver-gröfsert. 17. Der keimende Same.
B. N A R C I S S E A E A G II. Nazissen.NARCISSORÜM SECT. tt Jufs. CORONARIAE Spreng, zum Theil.
Geschlechtshülle überständig, 6-theilig. Staubgefäfse 6. Griffel 1. Narbe 3-lappig.Frucht: Kapsel 3-fächrig, 3-klappig, seltener Beere 1 — 3-sämig. Samen ohne krustenartige Schale.Eiweifs fleischig. — Kräuter. Wurzel meist Zwiebel. Stengel meist Schaft. Blumen meist in Dolden vonScheiden umgeben.
NARCISSÜS. Narcisse.
(HEXANDRIA MONOGYNIA.)
Geschlechtshülle rcgelmäfsig, sechsspaltig mit ausgebreitetem Saum, innen mit einer trichter- oderglockenförmigen Nebenkrone, die einen gekerbten oder gelappten Rand hat. Staubgefäfse der Röhreder Gescldechlshülle eingefügt, kürzer als dieselbe, oft ungleich. Frucht: Kapsel. — Wurzel eine häutige Zwiebel.
') Toxic. gen.. T. II P. I. p. 94. — s ) s. Wcpfor Cicutae aquat. MW. et nox. Basti. 1679. 4. S. 2-25. —S. aueh Gmelin Pflanzengft. S. 191, und J. Bnuhin hist. plant, univ. T. II. p. 697. — ') Emend. et not. adScribon Lars. Patav. 1655. S. 266. — *) Hermbstädt bei Orfila III. S. 100.