Betäubender Lolch.
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äufsem krautartig, am Rande häutig, fünfuervig, unter der Spitze gegraunt; Granne meist gerade, zuwei-len etwas gebogen, scharf, länger als die Blumenkrone, oder viel kürzer; di« innere hautartig, nur an dengewimperten Kielen krautartig, an den Rändern eingcfaltet, grannenlos, zweikielig, auf den Kielen gewiin-pert. — Nebenkroncnspclzen 2, schuppenförmig, eirund-zugespitzt, an der äufsem Spelze anliegend. —Staubgefäfsc: Staubfäden 3, fadenförmig, verlängert; StaubMlbcken 3, länglich, 2-fächrig, der Länge nachaufspringend, unter der Mitte der Spitze den Staubfäden angeheftet, beweglich; Dlumenstaub rund. —Stempel: Fruchtknoten überständig, rundlich, etwas zusammengedrückt, eineiig, weifs; Griffel kurz; Nar-ben 2, federig. — Frucht: Caryopse linienförmig ■ hänglich. — Same eirund-länglich, auf der einen Seiteflach und gefurcht, auf der andern convex, graubraun, von den bleibenden Kronenspelzen umschlossen; äus-sere Samenhaut ziemlich dünn, mit der innern verwachsen. Eiiceifs reichlich, weifs, mehlig. Embryo Mein,linienförmig, in einer flachen, schildförmigen Erhebung (Cotyledon?) des untern Endes der convexen Flächedes Samens liegend; Würzclchen nach unten gerichtet, von einer Scheide umgeben; Knöspchcn walzenförmig. —Beim Keimen schiebt sich das von der unregelmäfsigen trichterförmigen Scheide umgebene Würzelchen ausder Scheide nach unten, während sich das mit demselben fast einen rechten Winkel bildende Knöspchennach oben richtet. Das Wurzelende verlängert sich dann in ein einziges Hauptwürzelchen, aus dem spä-ter dann mehrere Nebenäste sprossen, nur zuweilen findet sich noch neben der Hauptwurzel eine zweiteNebenwurzel.
Vaterland. Vom 60-slcn Grade N. B. an, in ganz Europa, z. B. Frankreich 1 ), Italien 2 ), Schweiz 3 )*Deutschland»), Holland 5 ), England'), Dänemark 7 ), Schweden") Rufsland 9 ) Klcinasien, Egyptcn' 0 ), Japan undBotonybay 11 ), und wohl überall wo Getreidebau ist. — Standort besonders feuchte, tiefliegende Äcker,namentlich Hafer-, Gerste-. Leinfelder u. s. w. — Blühezeit Juni und Juli.
Eigenschaften. Der Same schmeckt süfslich, nicht unangenehm. Das daraus bereitete Mehl istschwärzlich, übelriechend, und giebt einen schlechten, dünnen, nicht ordentlich gährenden Teig, auch schäumtes mit Wasser gekocht und entwickelt einen betäubenden Geruch. Das daraus gebackene Brod ist schwarz,bitter und häfslich-schmeckend. Aus dem Mehle kann man ft eines scharfen Harzes ziehen 12 ) und unter der De-stillation giebt es einen ekelhaften betäubenden Dampf. •-) Das vorher eingeweichte Kraut gab durch De-stillation einen flüchtigen urinösen Geist.
Wirkung. Vom Stroh*) hat nur Burghard 11 ) angegeben, dafs es Kälber tödte. Die Samen sindaber längst und allgemein als schädlich bekannt. **) Sie wirken auf das Nerven - und Vcrdauungssystcni undund gehören zu den na reo tisch-entz ündli eben Giften. Bei Thicrcn scheinen sie noch heftiger zu wir-ken als bei Menschen, und zwar nach Burghard u. Mariotti 15 ) vorzüglich auf Pferde und Rindvieh, undnach Buffon, 16 ) Seeger") und Orfila") auch auf Hunde und Schweine, weniger auf Gänse und Hüh-ner (Burghard), und C. Bauhin erzählt sogar, man könne diese, so wie Wachteln und Tauben, damitfett machen (?). In Italien sollen die Maulesel-Händler die zu wilden Thiere damit betäuben, um sie an-
') DC. Synops. plant, p. 137. =) Silvano Mem. de soc. d. Gen. T. L ') Hall, lielu.. n. 1420. «) SchrncL/. /. germ. etc. 5 ) Gort. be/g. 29. 6 ) Huds. ß. angl. T. I. p. 53.; Smith Ho/-, brit. ed. Rem. Vol. 1. p. 150.7 ) Fl. dan. a. a. O. 8 ) Linn. Fl. Su.ec. 103. 109. 9 ) Marl. Prod. ß. Mosq. p. 17. ,0 ) Schrcb. a. a. O.") Kern. u. Schult, a. a. O. I2 ) Riviere hist. de la Soc. des Scienc. de Montpell. Lyon 1766. 4. ") Olmiin Atti dell' Acad. di Siena T. IV. Comm. de reb. ia sc. nat. et Med. gest. Vol, XIX. p. 636. ' *) Medicor Siles.Sat. 1. S. 47, I5 ) dei caliivi ejfetti del parte logliac. Perugia. 1768. 8. I6 ) Hist. nat. gen. et part. T. V.p. 113. I7 ) £Ha. de Lol. lern. Praes. Camcrario. Tübing. 1710. »«> Tratte d. peisons T. IL P. IL p. 75.
*) Hagen (Preufsens Pß.) hält Halme und Blätter für unschädlich,
**) Schon Virgil (Georg. L. I. V, 134.) nennt es „Lolium infelix."