Liebe zu Gott. ^79
mein Schöpfer, Erhalter und Erlöser weitweniger, als das Geschöpf? wie oft meineWünsche, meine Neigungen, mein Bestre-ben nur für diese Welt? dieß war mir alleinschön, allein groß , allein wünschenswerth,was zur Erde gehört, und Himmel und Ewig-keit erfchröckre mich, weil ich in dem Gedan-ken an ihn, mir zugleich den Verlust dieserGötzen der Welt, an welchen meine Seelehing, denken muste. Gelobet sey die göttlicheBarmherzigkeit, die mich das vergängliche,unbeständige, eitle der grasten Herrlichkeitenaus Erden, aber dagegen den unendlichenWerth des himlischen, und der Freuden in
Gott, und das Glück eines guten Gewissenserkennen und fühlen lassen ! Erstes und leztesWesen, vollkommenste und einzige Quellealler Seeligkeiten und wahren und dauerhaf-ten Freuden: du allein solst mein höchstesGut und mein bestes Erbtheil bleiben. Leibund Seele mögen verschmachten. alles Glückder Erden falle vor mir dahin, alle Freudender Welt sterben vor mir, ehe ich dich ver-lassen, und von dir weichen solle. Du bleibst
mein