2.16 Sünden gegen den guten Nahmen
mein Ohr gerne böses gehört, und mein Herzes angenommen haben?
Wie leichtgläubig ist doch das menschlicheHerz, und selbst das gure Herz, das nichtgerne gleich den Betrüger, den Verräther,den Heuchler erkennt, am wenigsten, wenner ihn im Tone eines ehrlichen, gütigen, halbentschuldigenden, und anklagenden reden höre,und dieser die Kunst gelernt hatte, sein Ver-trauen zu gewinnen? Wie argwöhnisch istohnehin das menschliche Herz, und wie ge-neigt das Böse und schlimste von seinem Näch-sten zu glauben? wie bald wird es durch einenAnschein betrogen und geblender ? und nochmehr darin gestärkt, wenn sich einige künstlichverbunden haben, ihr Gift in unsere Seeleauszuschütten? Selten gibt sich der Menschdie Mühe, erst zn untersuchen , die Sachezu entschuldigen , sie nach ihren Quellen undwahrer Beschaffenheit zu ergründen, und dieAbsichten und Anschläge eines Verrathers zuerforschen: und mehrenrheils Haltes schwer,die Geheimnisse der Voßheit zu durchdringen.
Werden