LoO Ueber die Art deI Menschenliebe.
eben so groser und wol noch gröserer Schmerzist, als der Werth des Guten ist, was ich-ihm erweise? Was bleibt für meine TugendLbrig, wenn ich ihr einen so großen Werth»anrechne, noch hinter her sie vorwerft, oderdesto schwerere Dienste von ihm erwarte oderfordere? Wenn nicht blos die Liebe zu Gott,Md weil das Gott gefällt, und ich ihm da-durch wolgefalle, nicht der innigste Dank ge-gen meine» Gott, der mir täglich unaus-sprechlich viel Gutes thut, der mich unver-dient bey aller Unwürdigkeir segnet und er«freur; nicht das Gesez und Beyspiel meinesErlösers, nicht mein empfindendes Herz dazuantreibt ? wenn ich nicht ohne Unterschied be-reit bin, jeden zu erfreuen, und von jedemdas Uebel abzuwenden? wenn ich erst durchWinseln und Flehen, durch Erinnerungenund viele Bewegungögründe besieget, meineköstlichste Pflicht ausübe, und nichtsclbst hin-eile, nicht den Elenden aufsuche, nicht demBittenden zuvorkomme, und weil ich dabeyallein auf Gott sehe, selbst im Verborgenenmeine Liebe beweise, dem Danke aus dem
Wege