ry4 Ueber die Feindesliebe.
durch Liebe sucht er seine Feinde zu gewinnenund zu retten. Ueber den Bösen läßt er seineSonne aufgehen, wie über den Guten, undüber den Gerechten läßt er regnen, wie über denUngerechten. Wie viele Undankbare undVerächter seiner Gnade sättigt er täglich anseinem Tisch, wie viele Gonlose trägt, ernährtrmd erquickt er, und wie viel Geduld beweiseter den Sündern, bis er, der allein Richterund Rächer alles Bösen ist, die Stunde desZorns und der Heimsuchung über den herein- ,brechen läßt, welcher alle seine Geduld und ^Langmuth, verachtete? So handelte sa auchmein Erlöser, dieses höchste Vorbild, in des-sen Fußsiapfen ich hier treten, und nach dessenBeyspiel ich mein ganzes Leben bilden soll.Welche Sanftmuth, welche Güte, welche ^zärtliche wolwollende Liebe gegen seine Feinde, !mitten unter ihren bittersten Verfolgungen, Iin ihrer grösten unseligen Wuth, selbst amKreuz! Zwar fühlt mein Herz Empörung ge-gen den, der mir Unrecht thut, oder Nach >meiner Meinung mir-schadet, oder schadenwill: und es ist so überaus empfindlich, so ge-neigt