96 Des fielen Gottesdienstes.
gnügungen dieses Lebens, macht es mich ge-recht, gütig und rechtschaffen gegen jederman:oder befiraft mich der Gedanke an den mirstets Gegenwärtigen und Heiligen, wird erMir lästig und fliehe ich ihn?
Beuge ich so gerne im kiesen Gefühl Mei-ner Unwürdigkeit und Ohnmacht, meine Knievor dem Unendlichen? steigt mein froherDank so unablässig und aus erfreuter Seelefür jede Wolthat meines Leibes und Geistes zujhm? bete ich den erhabenen und unermeßli-chen in tiefer Bewunderung stets an, undführen mich seine Werke und Wege zu ihm?Bringe ich mein Anliegen, meine Wünscheund Gebere, auch für die Meinigen, für meineNächsten, jaffür meine Feinde vor ihn? Findeich in den stillen einsamen Unterhaltungen mitdieser Quelle meines Heils meine ganzeILonneund Seligkeit?
Und wenn ich bece, sind denn meine Ge-bete auch die Erhebung eines von der Gütemeines Gottes und Erlösers ganz durchdrun-genen Herzens? Wahre Andacht, heilige und
fromme