L2 Mehrere und mindere Gröse der Sünde.
ich über ihn flüchtig hinsehen dürfte: und sokurz mein Leben ist, gutes zn thun; so ist esimmer viel zu lang, Fluch und Elend auf un-veränderliche und unendliche Ewigkeiten zusamlen. Wie viel Jahre, Tage und Stun-den sind für sie vielleicht verlohren, auf immerverlohren, leer von allen edlen, guten from-men Empfindungen, leer von allen heiligenEntfchliefungen, und leer von allen gutenThaten, deren Andenken mich trösten, er-freuen und aufheitern könte! Aber wie voll,vielleicht von Gedanken, von Nachschlagen,von Entfchliefungen, von Thaten, die michmit Schaam und Entsetzen erfüllen, und dieich nie vor der Welt offenbar zu werden wünsch-te: und doch werden sie es einst vor Gottund auch vor der ganzen Welt werden; wennich nicht noch bey Zeiten Gnade suche undfinde! Wie lange war ich ein Sclave meineseignen Willens, und trug die unglücklichenFesseln der Sünde und meiner Lüste! Nehmeich Gedanken und Werke meines Geistes, netz--me ich Worte und Reden, nehme ich Thatenzusammen: wie wird meine Seele erschüttert!
Leicht-