Druckschrift 
Die Heurath durch Irrthum : Ein Lustspiel in einem Aufzuge, nach dem Französischen des Patrat. Von Schröder
Entstehung
Seite
8
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

8

Die HeuraLh

gen Gräfin Sophie von Mansbach. — „So! —ES ist wunderbar, daß wir uns noch nicht ge-sehn haben, da unsre Güter doch nur sechs Mei-len von einander entfernt sind! Wißt ihr nicht,wein Kind, aus welcher Ursache sie alle meineEinladungen ausgeschlagcn hat"? — O ja!weil Euer Gnaden nur mit Frauenzimmern um-gehn. Sie nennt Ihren Entschluß Eigensinn —Ausschweifung. — „Ach mein Kind! Sophiekennt die Männer nicht so wec ich — wer un-ter ihnen ist nicht falsch und boshaft!" Siehat fast behauptet, daß Ihr Haß gegen dieMänner nur ein flüchtiger Gedanke scy, den Siein kurzer Zeit voll Reue aufgcben werden. —„Sie irrt; mein Haß wird ewig scyn.-Ewig? sa, wenn keine Gräfin Sophie in derWelt wäre. — „Was wollt ihr damit sagen?"

— Nichts.— „ Redet!" — Ich darf nicht.—„ Lhr dürft nicht?" — Gräfin Sophie würdeentsezlich bbse werden. —„Was kümmert euchihr Zorn? ihr serd izt in meinen Diensten." —Uebcrdieß Lctrift die Sache Euer Gnaden selbst.

— „ Um so mehr Hab' ich ein Recht, sie zu wis-sen." - Sie befehlen, und ich gehorche.—

Sophie. Du hast dich voctreflich genommen.Aber weiter —

Mariane. Gräfin Sophie, sagt' ich, ist diesonderbarste Dame, die ich kenne — gerade derGegensaz von Euer Gnaden. Sie Haffen die

Män-